Lange hat die eingefleischte Fangemeinde von «Freitag, der 13.» auf ein Wiedersehen mit ihrem Idol Jason Voorhees warten müssen. Mit der achtteiligen Prequel-Serie «Crystal Lake» auf HBO Max ist es soweit. Zeit, einen kurzen Blick auf die bisherigen Filme der langlebigen Kultreihe zu werfen.
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Der erfolgreichste «Halloween»-Nachzügler war ein Überraschungs-Hit, sicher auch dank der einprägsamen Musik von Harry Manfredini, und schuf mit dem Sommercamp-Schauplatz die Blaupause für unzählige Nachzügler. Der Film selbst ist höchstens solide Unterhaltung, und es wütet noch nicht Jason, sondern «erst» seine Mutter Pamela, die nun auch im Mittelpunkt von «Crystal Lake» (Review siehe hier) steht. In seiner ersten grösseren Rolle mit dabei: Kevin Bacon als notgeiler Bursche, der fatale Bekanntschaft mit einem Pfeil macht.
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Der durchschlagende Erfolg an den Kinokassen zog umgehend eine Fortsetzung nach sich. Da Pamela Voorhees am Ende des Vorgängers buchstäblich den Kopf verlor, steigt Jason 24 Jahre nach dem Ertrinken aus seinem nassen Grab und gibt Campern Saures, allerdings noch mit einem Sack über dem Kopf zur Verhüllung seines Antlitzes. An sich passabler zweiter Teil, dessen Morde leider grösstenteils der Zensurschere zum Opfer fielen.
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Teil 3 hebt sich aus zwei Gründen von den restlichen Filmen der Reihe ab: Erstens wurde er in 3D gedreht, weshalb er voller visueller Gimmicks ist, und zweitens kommt Jason dank einem Scherzkeks zu seiner Eishockey-Goaliemaske, die ihm endgültig den Status der Slasher-Ikone bescherte. Ansonsten Schlitzerdienst nach Vorschrift, aber mit gschmackigen Morden, während denen dem Publikum schon mal ein Auge entgegen spickt.
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Als grosses Finale angelegt, erweist sich Teil 4 auch als Höhepunkt der Reihe, und das nicht zuletzt dank der originellen Mordszenen: Jason wütet kreativer denn je. Am Ende bekommt er dafür auch mehr denn je mit einer Machete auf die Glatze – vom damals zwölfjährigen Corey Feldman! Regisseur Joseph Zito drehte zuvor mit «Die Forke des Todes» (The Prowler, USA 1981) einen der reizvollsten «Freitag, der 13.»-Klone und zeichnete danach mit «Missing in Action» (auch 1984) und vor allem «Invasion U.S.A.» (1985) für die besten (hust!) Chuck-Norris-Actioner verantwortlich. Der Titel indes erwies sich als Schwindel…
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Freitag, der 13.: Ein neuer Anfang ★☆☆☆☆
OT: Friday the 13th Part V: A New Beginning, USA 1985
…denn ein Jahr später ging’s schon wieder weiter. Allerdings litt auch Teil 5 unter massiven Zensureingriffen, was ihm den meisten Reiz nimmt, und viele Fans fühlten sich nicht ganz zu Unrecht mit einer Mogelpackung konfrontiert: Am Ende erweist sich gar nicht Jason als Mörder, sondern «bloss» ein rachsüchtiger Vater.
Freitag, der 13.: Jason lebt! ★★★☆☆
OT: Friday the 13th Part VI: Jason Lives!, USA 1986
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Die Fans wollten Jason zurück, also feiert er im sechsten Teil seine Wiederauferstehung. Als Killer-Zombie metzelt er sich durch die Gegend, diesmal mit einem gerüttelt Mass an Selbstironie, was sogar mehr als ordentlich funktioniert. Der Hit ist freilich Alice Coopers Ohrwurm von Titelsong «He’s Back (The Man Behind the Mask)», der in der schwedischen (!) Hitparade bis auf Platz 4 vorstiess.
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Freitag, der 13.: Jason im Blutrausch ★★☆☆☆
Friday the 13th Part VII: The New Blood, USA 1988
Spätestens Teil 7 zeigte erstmals deutliche Anzeichen, dass den Machern langsam die Ideen ausgingen: Jasons Nemesis ist diesmal ein weinerlicher «Carrie»-Verschnitt! Einiges betrüblicher indes: Praktisch alle eigentlich schön blutigen Mordszenen mussten vor der Veröffentlichung auf Geheiss der US-Zensurbehörde übertrieben entschärft werden. Auf der positiven Seite ist zu vermerken, dass Kane Hodder hier erstmals Jason spielte. Er tat dies auch die drei folgenden Fortsetzungen, wurde somit zum «Gesicht» von Jason – und ist bis heute der einzige, der die Rolle mehr als einmal verkörperte.
Freitag, der 13.: Todesfalle Manhattan ★☆☆☆☆
Friday the 13th Part VIII: Jason Takes Manhattan, USA 1989
Die Idee, Jason von Camp Crystal Lake nach New York zu lotsen, hat durchaus ihren Reiz. Dumm nur, dass ein Grossteil des Films auf einem Schiff spielt und der Big Apple erst im letzten Drittel zum Schauplatz wird. Und aufgrund der vorhergehenden Zensurprobleme wurden die Morde von vorneherein allzu zurückhaltend inszeniert. Immerhin: Hier gibt’s den besten (und einzigen?) Eishockey-Goaliemasken-Gag mit Jason.
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Jason Goes to Hell: Die Endabrechnung ★★★☆☆
Jason Goes to Hell: The Final Friday, USA 1993
Mit dem neunten Teil begibt sich die Reihe endgültig nach Absurdistan: Jason wird gleich im Prolog in Fetzen gesprengt, woraufhin sein böser Geist von Körper zu Körper hüpft, fast im Stil des sträflich unterschätzten Sci-Fi-Actionthrillers «The Hidden» (1987). Dennoch (oder gerade deswegen?) macht das Ganze grossen Spass, denn es geschieht mit Gusto, nicht zuletzt dank dem beachtlichen Blutzoll.
Jason X ★★★☆☆
CDN/USA 2001
In Kane Hodders letztem Auftritt als Jason wird dieser 2008 eingefroren (warum eigentlich?) und taut im Jahr 2455 in einem Raumschiff wieder auf. Pech für die Besatzung, Glück für das Publikum: Die Gaga-Sci-Fi-Version von «Freitag, der 13.» unterhält blendend und präsentiert neben einem optimierten «Über-Jason» (!) Körperhorror-Regie-Ikone David Cronenberg in einem Gastauftritt als frühes Opfer.
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Das Aufeinandertreffen der beiden grössten Killer-Ikonen der 80er gehört nicht zuletzt dank Hongkong-Regisseur Ronny Yu («Das unbesiegbare Schwert») zu den wildesten Spinoffs und macht trotz aller Albernheit Spass: «Nightmare»-Killer Freddy Krueger aus der Elm Street will Jason «missbrauchen», um selbst wieder zum Albtraum Nummer 1 der Jugend zu werden, verliert dann aber die Kontrolle. Das finale Duell haut mächtig auf den blutigen Putz.
Freitag, der 13. ★★★☆☆
OT: Friday the 13th, USA 2009
Der bisher letzte Film der Reihe ist ein Remake, das als weitere Fortsetzung wohl besser funktioniert hätte. Dennoch hält es zumindest die loyalsten Fans weitgehend bei Laune, denn langweilig wird’s nie. Neue Impulse fehlen freilich.
…und wenn wir schon dabei sind, noch drei Zugaben:
Erben des Fluchs
aka Horrornächte; OT: Friday the 13th: The Series, CDN 1987-1990
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Der Erfolg der Kinoreihe bescherte den Produzenten die Möglichkeit einer TV-Serie, die u.a. Regisseure wie William Fruet, Armand Mastroianni, Atom Egoyan und David Cronenberg einspannen konnte. Allerdings hat diese nichts mit Jason oder Pamela oder sonst einem Voorhees zu tun, vielmehr mit zwei Antiquitätenhändlern, die verfluchte Objekte aus dem Verkehr ziehen. Immerhin gab es drei Staffeln mit 72 Folgen, deren Laufzeit im Vergleich zu ähnlichen Serien ihrer Zeit wie «Geschichten aus der Schattenwelt» (USA 1983-1988) oder «Geschichten aus der Gruft» (USA 1989-1996) statt 25 Minuten stolze 45 Minuten beträgt.
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Wie bereits erwähnt, zog «Freitag, der 13.» zahlreiche Camp-Schlitzerfilme nach sich, von denen zumindest einer das Vorbild übertrifft: «Brennende Rache», in dem Holly Hunter ihr Filmdebüt feierte, und der im Vergleich fast alles hochschraubt, allem voran die Schauwerte wie die vielleicht verblüffendste Slasher-Szene überhaupt (Wink: Floss-Massaker!) – und der allererste Film, den Harvey Weinstein produzierte.
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Doch der wohl eigenwilligste Nachzügler erschien (noch) nie im deutschsprachigen Raum und stammt aus Indonesien: «Srigala» von Sisworo Gautama Putra (1938–1993), der allein im selben Jahr mit «Jaka, der Rebell» (Jaka Sembung) und «Sundelbolong» zwei weitere Kultklassiker des Indo-Genrefilms inszenierte, beginnt wie übernatürlicher Mummenschanz um den Fluch eines versunkenen Goldschatzes, ehe das letzte Drittel fast eins zu eins sein Vorbild nachahmt – ausser, dass die aus anderem Motiv meuchelnde Killerin nicht Pamela Voorhees heisst, sondern Miss Hilda!