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Severance – Wir modernen Büro-Sklaven

Die Thrillerserie «Severance» ist eine zynische Abrechnung mit dem Prinzip der Work-Life-Balance.

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«Severance» auf Apple TV+

Ganz offensichtlich unentspannt: Mark Scout (Adam Scott) in «Severance». 

Atsushi Nishijima / Apple TV+

Haben Sie sich auch schon gefragt, was genau Sie eigentlich den lieben langen Tag im Büro vor dem Bildschirm so tun? Aber irgendwann fügt man sich wohl seinem Schicksal und verrichtet pflichtbewusst seinen Von-acht-bis-fünf-Uhr-Dienst.

So jedenfalls ergeht es dem verwitweten Bürogummi Mark Scout (Adam Scott), der ein vierköpfiges Team bei Lumon Industries leitet.

Der Clou: Zwecks Geheimhaltung und Produktivitätssteigerung haben sich die Mitarbeitenden einer Prozedur unterzogen, bei der ihre Erinnerungen zwischen Arbeits- und Privatleben chirurgisch getrennt werden.

Dieses Work-Life-Balance-Experiment wird in Frage gestellt, als Mark im Privatleben einem früheren Arbeitskollegen begegnet, der kurz zuvor gefeuert wurde.

Regisseur Ben Stiller und sein Autor Dan Erickson bringen die Zwei-Welten-Ausgangsidee mehr oder weniger glaubwürdig rüber. Die zynische Thrillerstory wird im gekonnt abstrakten «American Beauty»-Stil aufgerollt und wartet mit einer exquisiten Nebenrollenbesetzung auf – von John Turturro über Patricia Arquette bis hin zu Christopher Walken. Besonders gelungen ist die visuelle Kombination von Erinnerungsfetzen aus der monotonen Arbeitswelt mit der privat gelebten Single-Einöde: mal komisch, mal tragisch, stellenweise auch höchst spannend mit geringem Mitteleinsatz.

Dass ausgerechnet ein US-Grosskonzern wie Apple eine solche Abrechnung mit der Arbeitswelt produziert hat, zeugt von einer gehörigen Portion Selbstironie.

Severance ★★★☆☆

Apple TV+ | Thrillerserie | 1. Staffel

Mit: Adam Scott, John Turturro, Patricia Arquette, Christopher Walken u.a.

USA 2022, ab 18. Februar 2022

Von Mohan Mani am 10. Februar 2022 - 23:09 Uhr