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Servant – Blubb. Blubb. Puppe. Baby ?

Horror? Fehlanzeige! Twist-Meister M. Night Shyamalan hält sich auch in der zweiten ­Staffel der Thrillerserie «Servant» zurück.

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Servant

Fast der gesamte Cast: Rupert Grint, Lauren Ambrose, Nell Tiger Free, Toby Kebbell (v. l.). Und das Baby: Mason oder Julius Belford.

ZVG

Blanker Horror ist nicht sein Ding. M. Night Shyamalan inszeniert das Grauen subtil, erzeugt Spannung durch Bedrohungsszenarien und sorgt wie bei «The Sixth Sense» oder «Unbreakable» auch mal für ein Finale, das den Zuschauer mit offener Kinnlade und weit aufgerissenen Augen zurücklässt. Das gefiel dem Apple-Konzern offenbar so gut, dass er den Meister des Twists für seine Thrillerserie «Servant» anheuerte. 

Dorothy (Lauren Ambrose), eine News-Moderatorin mit aufgesetztem Grinsen, und der zu harter Arroganz neigende Gourmand Sean Turner (Toby Kebbell) erleben das Schlimmste, was Eltern passieren kann: Ihr Baby stirbt. Dorothy ist danach so stark traumatisiert, dass sie den Verlust mit einer lebensechten Babypuppe verdrängt. Sie engagiert sogar ein Kindermädchen, das sich um die Puppe kümmern soll. Doch mit Leanne (Nell Tiger Free) zieht etwas Unheimliches ins Haus des wohlsituierten Paares ein.

Im Verlauf der ersten Staffel werden allerlei Fragen aufgeworfen in den Räumen des Altbaus in einem noblen Quartier von Philadelphia: Wieso verhält sich das Kindermädchen so seltsam? Warum verwandelt sich die Puppe plötzlich in ein echtes Baby? Und weshalb findet das niemand sonderbar ausser Sean und sein Schwager Julian (Rupert Grint)? 

Am Ende der ersten Staffel verschwindet jedenfalls – Achtung Spoiler! – das Kindermädchen mitsamt Baby bzw. Puppe spurlos, was mehr Fragen offenlässt, als gestellt wurden. Die Hoffnung, diese in der zweiten Staffel rasch beantwortet zu bekommen, wird zerschlagen. Denn es wird, wie schon in der ersten Staffel, vor allem exquisit gekocht sowie literweise Wein und Whisky gebechert. Und ganz viel geschwatzt. 

Obwohl es zwischen Sean, Dorothy und Julian wiederholt zu komischen Situationen mit viel Wortwitz kommt, schafft es M. Night Shyamalan erneut, eine beklemmende, klaustrophobische Stimmung zu erzeugen. Was sicher auch an den ausgeklügelten Kameraeinstellungen und der bedrohlichen Begleitmusik liegt. Der US-Filmemacher indischer Abstammung bringt es sogar fertig, dem Blubbern eines Wasserrohrs eine ungeheuer angsteinflössende Wirkung zu verpassen.

Und der Mann hat eine Vision: Er will insgesamt sechs Staffeln von «Servant» drehen – was nach mehr klingt, als es ist. Schliesslich weist jede der jeweils zehn Episoden gerade mal 30 Minuten Laufzeit auf. 

Die Hälfte hat Shyamalan jedenfalls schon auf sicher: Apple gab grünes Licht für die dritte Staffel. Was die Hauptdarsteller Lauren Ambrose und Toby Kebbell davon halten, verraten sie im Interview hier.

Servant ★★★★☆

Apple TV + | Thrillerserie | 2. Staffel | USA 2021

Mit Lauren Ambrose, Toby Kebbell, Rupert Grint; Showrunner: M. Night Shyamalan

Beklemmend, klaustrophobisch & voller Situationskomik

ab 15. Januar

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Mischa ChristenMehr erfahren
Von Mischa Christen am 10. Januar 2021 - 05:09 Uhr