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Lisey’s Story– King in königlich einfallsreicher Form

Die Serie basiert auf Stephen Kings Roman «Love» von 2006. Sie sticht gleich aus mehreren Gründen hervor: Dass King alle Drehbücher einer Serie schreibt, ist ein Novum - zumindest für solche mit mehr als vier Folgen.

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Lisey’s Story– King in königlich einfallsreicher Form
Erinnerungen: Lisey in einem glücklichen Moment mit Scott. zvg

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Auch Regie führte in allen acht Episoden nur eine Person: der Chilene Pablo Larraín («Jackie»). Die Besetzung ist top, angeführt von Co-Produzentin Julianne Moore. Zur Geschichte: Vor zwei Jahren wurde der erfolgreiche Schriftsteller Scott (Clive Owen) erschossen. Seine Witwe Lisey (Moore) wird seitdem von Leuten bedrängt, die überzeugt sind, dass es unveröffentlichte Manuskripte von Scott gibt.
Das glaubt auch der Psycho-Fan Jim (Dane DeHaan), der Lisey an den Kragen geht. King und Larraín verweben virtuos verschiedene Zeitebenen und bauen von Beginn weg eine bedrohliche Atmosphäre auf, die fesselt und zum Bingen einlädt. Das Raum-Zeit-Kontinuum wird buchstäblich ausser Kraft gesetzt, was zusätzlichen Reiz verleiht. Und obwohl «Lisey’s Story» als Miniserie konzipiert ist, würde man sich eine 2. Staffel wünschen – in welche Richtung sie auch immer gehen mag.

Lisey’s Story ★★★★★

Apple TV+ | Horror-Miniserie | USA/Chile 2021
Intim und doch universal: King in königlich einfallsreicher Form
ab 4. Juni

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Über die Autoren
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Patrick Schneller
Patrick Schneller, Filmredaktor bei TELE, hat sich seit seinem Einstieg in den Journalismus im Jahr 1992 einen Namen im Bereich der Spielfilmkritik gemacht. Seine Expertise erstreckt sich über das gesamte Spektrum der Filmindustrie, von obskuren Filmen aus vergangenen Zeiten über TV-Produktionen bis hin zu großen Kinoveröffentlichungen von heute. Unter seinen jüngsten Arbeiten ragen Artikel wie 'Halloween – Die Nacht der vielen Schrecken', 'Ich weiß, was du letztes Halloween getan hast' und 'Blutiges Erntedankfest' hervor. Seine retrospektive Betrachtung von Monty Python in 'Monty Python – und nun zu etwas völlig anderem' zeugt von seiner tiefen Verwurzelung in der Filmgeschichte. Bevor Patrick Schneller zu TELE kam, war er für die 'Solothurner AZ', 'Music Scene' und 'Toaster' tätig. Er gehört der Autorenvereinigung Pro Litteris an.

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