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Kino – «Ice Cream Man»

Der Glacéverkäufer macht die Kinder verrückt

Ein Jahr nach Zach Creggers Woodoo-Spuk «Weapons» stellt nun Genre-Zampano Eli Roth in «Ice Cream Man» Kinder ins Zentrum eines Horrorfilms.

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Vom Glacéverkäufer (Ari Millen) sollten die Kinderchen wohl besser nichts annehmen.
Vom Glacéverkäufer (Ari Millen) sollten die Kinderchen wohl besser nichts annehmen. Praesens Film

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Im Gegensatz zum oscargekrönten Überraschungs-Hit vom vergangenen Sommer sind die Kinder in Eli Roths 10. Spielfilm vordergründig aber nicht die Opfer, sondern die Täter. Und da «böse» Kinder (mehr davon hier) eigentlich immer interessant sind, durfte man gespannt sein.
Im beschaulichen Bayleen Bay herrscht kurz vor den Sommerferien eine ausgelassene Stimmung. Da fährt ein mysteriöser Glacéverkäufer (Ari Millen) mit seinem Eiswagen vor und verführt die Kinder des Dorfes zum Verzehr seiner Süssspeisen. Nur wenige, wie etwa der laktoseintolerante Jared (Charlie Zeltzer), verzichten auf den Genuss. Doch als der Eiswagen nachts darauf durchs Städtchen fährt und seine hypnotische Melodie spielt, verwandelt die Musik alle vorpubertären Kids, die Glacé gegessen haben, in Satansbraten, die zuerst ihre Eltern und danach die übrigen Erwachsenen blutig niedermetzeln. Kann Jared mit den ebenfalls unversehrten Mia (Kiori Mirza Waldman) und Tommy (Shiloh O’Reilly) das Geheimnis um den Gelatiere lüften und seinen Bann brechen?
Seit seinem Debüt «Cabin Fever» (2002) spaltet Eli Roth die Horror-Fangemeinde: Die einen finden, seine Filme seien Schocker ohne Scheuklappen, die anderen, sie seien mehr Schein als Sein. Tatsächlich halten Roths Filme selten, was sie versprechen. So sind «Hostel» I + II (2005/2007) nie so drastisch, wie es die Storys vermuten lassen, und selbst seine Kannibalenfilm-Hommage «The Green Inferno» (2013) nutzt ihr Potenzial bei weitem nicht aus. Erst sein Retro-Slasher «Thanksgiving» (2023) hielt letztlich, was Roth versprach.
Doch «Ice Cream Man», der übrigens nichts mit der gleichnamigen Horrorkomödie von 1995 mit Clint Howard zu tun hat, ist trotz der verlockenden Ausgangslage Roths Rückfall in alte Regie-Muster. Die Story ist selbst für die schlanke Laufzeit von 80 Minuten zu dünn, die Inszenierung uninspiriert, die Bildgestaltung flach, der klobige Humor mit dem Holzhammer eingetrichtert. Selbst die gewohnt genüsslich umgesetzten Splatterszenen verlieren irgendwann ihren Reiz, da sie repetitiv wirken: hier wieder ein zermantschter Kopf, dort wieder herausgerissenes Gedärm.

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Auf der positiven Seite ist immerhin zu vermerken, dass die Schlusspointe bei aller Vorhersehbarkeit schon schön fies ist. Und wer nun Lust auf mehr Killerkinder hat, findet sie in unserem Exkurs.

Ice Cream Man ★★☆☆☆

Horrorkomödie
Mit Charlie Zeltzer, Sarah Abbott, Ari Millen, Shiloh O’Reilly, Kiori Mirza Waldman, Eli Roth
USA/CDN/GB/F/J 2026, ab 6. August 2026

Der Trailer

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