zwei Jahren sorgte die sechsteilige ZDF-Eigenproduktion «Push» für tolle Quoten und ein breites Echo beim Publikum. Die Dramaserie dreht sich um den Alltag auf der Geburtenstation einer Berliner Klinik. Im Zentrum: die drei Hebammen Anna (Anna Schudt), Nalan (Miriam Hage) und Greta (Lydia Lehmann).
Was die Serie stark von bisherigen Spitalserien/-filmen abhob, war die hohe Authentizität. Ungeschönt ist man dabei, wenn die Wehen einsetzen, der Damm reisst, die Milch einschiesst oder im Wochenbett nur noch Tränen fliessen. Besonders war auch die lebensnahe Darstellung, mit Originalaufnahmen aus dem Kreisssaal und Sequenzen echter Babys.
Da auch die Geschichten drum herum berührten, hagelte es Nominationen; die beiden Regisseurinnen Katja Benrath und Mia Maariel Meyer wurden mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.
Von dieser positiven Resonanz waren alle Beteiligten überwältigt. Allen voran die beiden Redaktorinnen Diana Kraus und Eva Katharina Klöcker. In einem Statement schreiben sie: «Ob auf Social Media, aus der Geburtshilfe-Community, in den Medien oder aus unserem persönlichen Umfeld – von überall kamen begeisterte Reaktionen und der Wunsch nach einer zweiten Staffel.»
Die ist nun da: Mit zehn halbstündigen Folgen (also vier mehr als in Staffel 1) wird der Alltag von Anna, Nalan, Greta und ihren Kolleginnen weitererzählt. Anna ist nach der Trennung von ihrem Mann voller Tatendrang und steht kurz vor dem Umzug. Allerdings schläft sie schlecht und ist vergesslich – machen sich bei ihr etwa die Wechseljahre bemerkbar?
Nalan will nach wie vor unbedingt schwanger werden. Damit setzt sie sich selbst und ihren Freund David (Hassan Akkouch) mächtig unter Druck: Eine künstliche Befruchtung kostet ja nicht nur eine Menge Geld, sondern fordert auch viel Geduld und Leidensbereitschaft.
Die junge Greta (Lydia Lehmann) ist derweil fast fertig mit der Ausbildung zur Hebamme, als ihr nach einer besonders stressigen und belastenden Schicht plötzlich Zweifel an der Berufswahl kommen. Und: Sie kann ihre intimen Momente mit Dr. Charlotte Mohn (Katia Fellin) nicht so schnell vergessen.
«Von überall kamen begeisterte Reaktionen und der Wunsch nach einer zweiten Staffel.»
Wer dachte, die Themen um Schwangerschaft und Geburt seien nach der ersten Staffel schon auserzählt, wird eines Besseren belehrt. In der neuen Staffel geht es etwa um Leihmutterschaft, In-vitro-Fertilisation, Perimenopause, Schwangerschaftsvergiftung, eine anonyme Geburt, eine Plazenta, die sich nicht ablöst, oder um den richtigen Moment für Sex nach der Geburt.
Ebenfalls in den Fokus gerückt werden die prekären Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern mit Spardruck, Unterbesetzung und konstanter Überlastung. Und mitten in diesen grossen Themen finden die Frauen – sowohl betreuende als auch gebärende – immer wieder ein Lächeln, tröstende Worte oder eine aufmunternde Umarmung.
Auch wer noch nie ein Kind zur Welt gebracht hat oder mit Gebär-Geschichten bisher nicht viel anfangen konnte – «Push» lässt kaum jemanden kalt.
Ein Indiz dafür liefert auch die Auswertung der Streams von Staffel 1. Die ZDF-Redaktion schreibt: «Ein Blick in die Online-Statistik zeigt, dass über 60 Prozent der Zuschauenden in unserem Streaming-Portal innerhalb der ersten 30 Tage nach Veröffentlichung Männer waren.» Dies sei ein starkes Signal dafür, dass «vermeintliche Frauenthemen relevant und unterhaltsam für alle» seien.
Push
Mittwoch, 27. 5., 21.45 Uhr, ZDF neo Folgen 1–3
Mittwoch, 3. 6., 21.45 Uhr, ZDF neo Folgen 4–6
Mittwoch, 10. 6., 21.45 Uhr, ZDF neo Folgen 7–10