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ARD – «House of Yang»

Aus der Tür ward eine Wand

In «House of Yang» sucht eine Frau ihre Schwester. Die wurde vor 25 Jahren von einem Haus «verschluckt».

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Was verbindet Jessie (Elisa Hofmann) und Tochter Mila (Purnima Grätz) mit dem mysteriösen Haus?
Was verbindet Jessie (Elisa Hofmann) und Tochter Mila (Purnima Grätz) mit dem mysteriösen Haus?SWR/Benno Kraehahn

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Seit 25 Jahren steht das abgelegene, grosse Haus im Schwarzwald leer. Nun reist die Deutsch-Chinesin Jessie Alzenberg (Elisa Hofmann) mit ihrer Tochter Mila (Purnima Grätz) an, um mit einem Makler die Formalitäten für den Verkauf der Liegenschaft zu regeln. Jessies Eltern sind tot, und selber im Haus leben will sie nicht.
Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist verkrampft, die beiden fremdeln. Man erfährt, dass Mila beim Vater lebt. Ausserdem büffelt sie lieber Mandarin und «hat ihr Leben unter Kontrolle», statt es teeniemässig schleifen zu lassen.
Als die beiden Frauen das Haus betreten, wird Jessie von Erinnerungen übermannt: Ihr erscheinen Bilder aus dem Jahr 1999, als ihre kleine Schwester Isabel (Xue Lili Pautze) von einer Sekunde zur anderen spurlos verschwand.
Damals war Jessie ein Teenager mit sturmfreier Bude und erhielt Besuch von ihrer Freundin Tabea (Emilia Packard), die noch ihren Lover Benni (Yoran Leicher) mitschleppte. Es wurde gekifft, Alkohol getrunken, und es gab Streit zwischen den beiden Schwestern. Isabel rannte darauf schreiend ins Bügelzimmer und schmiss die Tür ins Schloss. Doch als Jessie vor der Tür ankam, war die nicht mehr da – nur noch eine nackte Wand.
Seit jenem Tag gab es keine Spur mehr von Isabel. Klar, wurde die Wand eingeschlagen und das Gelände abgesucht. Erfolglos. Es fehlt nicht nur Isabel, sondern ein ganzer Raum ist weg.
Das seltsame Verschwinden des Mädchens ist jedoch nicht der Anfang dieser Mystery-Story. Dieses Haus treibt sein Unwesen bereits in der Nachkriegszeit: 1949 leben Wolfgang (Vladimir Burlakov) und seine hochschwangere Schwester Elsa (Emma Bading) ebendort. Eines Tages steht die Chinesin Daiyu (Andrea Guo) mit ihren zwei kleinen Töchtern Yang und Xia vor der Tür und bittet um Unterschlupf, da der Familienvater in Kriegs­gefangenschaft sitzt. Und siehe da: Auch Xia wird von einem Raum verschluckt!
In der Mysteryserie «House of Yang» ist das mädchenverschlingende Gebäude omnipräsent. Ebenfalls ins Gewicht fallen aber auch die Themen Herkunft, Zugehörigkeit und nicht zuletzt Rassismus. Denn den erleben die chinesisch-stämmigen Frauen in allen Zeit­ebenen: 1949, 1999 und 2026.

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Die Autorin Stefanie Ren (39) hat selbst chinesische Wurzeln. Sie und ihre Schwester wurden in Taiwan geboren und wuchsen als Töchter einer Deutschen und eines Chinesen im Schwarzwald auf, «wo wir immer wieder Rassismus erlebt haben», so Ren. Jedoch nicht nur von Nachbarn oder Mitschülerinnen, sondern auch innerhalb der Familie: «Meine deutsche Grossmutter hatte Angst vor meinem chinesischen Vater.»
Ren erklärt: «In mir fliesst, wie bei so vielen Menschen, sowohl das Blut von Tätern als auch das von Opfern. Wie soll man also mit den Geistern aus der Vergangenheit umgehen?» Schliesslich bringt es die Autorin auf den Punkt: «Obwohl oder gerade weil neben einer deutschen Familie auch eine chinesische im Zentrum dieser Serie steht, ist ‹House of Yang› eine zutiefst deutsche Geschichte. Und das mitten im Schwarzwald!»

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Auf «House of Yang» aufmerksam machte Ren übrigens bei einem Wettbewerb des SWR. Sie reichte die Idee zur Serie 2023 ein und setzte sich mit dem speziellen Mix aus Genre und Setting im Schwarzwald gegen 180 Mitbewerber durch.
Mystery- Fans sollten sich nach «House of Yang» auch den 21. Oktober vormerken: Dann startet auf ZDF neo «Die Düsteren». Da tut sich auf einer fiktiven Nordseeinsel ein Riss zwischen den Dimensionen auf, dem dubiose Doppelgänger der Inselbewohner entsteigen und Chaos stiften.

House of Yang

Mystery-Miniserie
Mit Elisa Hofmann, Purnima Grätz, Emma Bading, Vladimir Burlakov
D 2026
Alle 6 Folgen am Freitag, 9. Oktober, 23.55 Uhr, ARD

Der Trailer

Über die Autoren

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