Seit sechs Monaten liegt ein Schatten über dem österreichischen Dorf Engelsberg: So lange schon wird die 17-jährige Amelie (Fabia Matuschek) vermisst. Besonders eifrig sucht Amelies Tante, die Polizistin Pia Kraus (Julia Koschitz).
Da erhält sie eine schockierende Diagnose: vorzeitige Alzheimer-Erkrankung. Doch Pia behält ihre Krankheit vorerst für sich und stürzt sich in die Arbeit. Denn nach dem Fund eines blutigen Turnschuhs im nahen Moor wird nun auch Amelies Leiche entdeckt. Die junge Frau wurde ertränkt – und hat allem Anschein nach kurz vor ihrem Tod ein Kind zur Welt gebracht.
Unter der Leitung von Tarek Moser (Bardo Böhlefeld) wird nicht nur fieberhaft nach dem Mörder, sondern auch nach dem Baby gefahndet. Pias Einsatzbereitschaft ist gross, doch bald passieren ihr kleine Fehler. Sie beginnt sich Notizen zu machen und mehrere Timer am Handy zu stellen, damit sie wichtige Dinge nicht vergisst.
Als ihr Ehemann Jonas (Matthias Koeberlin) zufällig den ärztlichen Befund findet und Pia damit konfrontiert, bittet sie ihn, weder den Kindern noch Freunden, noch ihrem Chef Tarek etwas von ihrer Erkrankung mitzuteilen.
Doch es wird immer schwieriger, das geheim zu halten. So befragt Pia etwa zweimal dieselben Zeugen und fährt an falsche Orte. Oder sie sagt zu ihrem Mann: «Wir haben gestritten – aber ich weiss nicht mehr, ob du auf mich sauer bist oder ich auf dich.»
Während sich der Zustand der Polizistin rapide verschlechtert, nehmen die Ermittlungen zum Mordfall Fahrt auf. Das Baby wird gefunden, doch wer ist der Vater? Wer wusste von Amelies freizügigen Fotos im Internet? Und wer hat diese Fotos geschossen? Es wird immer vertrackter. Hat Amelies Lehrer Bichler (Clemens Berndorff) etwas mit der Sache zu tun? Und welche krummen Dinger dreht eigentlich Autohausbetreiber Broszek (Julian Looman)?
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«Das Vergessen – Spurlos im Moor» ist ein enorm stimmig gedrehter Sechsteiler, co-produziert von ARD und ORF. Zu Beginn wird die Geschichte linear erzählt. Doch je mehr Pias Gedächtnis schwindet, umso häufiger sieht man Rückblenden, die dem Zuschauer einen Wissensvorsprung vermitteln. Und wenn die Hauptfigur Halluzinationen hat, erleben wir diese hautnah mit.
Julia Koschitz spielt die Alzheimer-Patientin mit einer Zerbrechlichkeit, die wehtut, zugleich lässt sie die Trotzigkeit der Figur immer wieder aufblitzen. Ihr Blick, der sich oft in der Leere verliert, wirkt lebensecht. Es fährt brutal ein, wenn sie sagt: «Ich werde alles, was mir jemals wichtig war, vergessen.»
Ein weiterer Pluspunkt neben Koschitz’ beeindruckender Darstellung: Der Kriminalfall nimmt noch viel gewaltigere Dimensionen an, ist extrem fesselnd und die Auflösung alles andere als vorhersehbar.
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ORF 1 zeigt am Montag und Dienstag jeweils drei Folgen am Stück (19./20. Oktober, 20.15 Uhr). Die ARD strahlt am Samstag, 24. Oktober, ab 20.15 Uhr die Teile 1 bis 4 aus, die beiden abschliessenden Teile 5 und 6 folgen am Sonntag, 25. Oktober, gleich nach dem «Tatort» (ab 21.45 Uhr).
Das Vergessen – Spurlos im Moor
Thrillerserie
Mit Julia Koschitz, Bardo Böhlefeld, Matthias Koeberlin
Mo., 19. Oktober 2026, 20.15 Uhr, Folgen 1–3, ORF1
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