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ZDF – «Ready.Daddy.Go!»

Die Krux mit dem Kinderkriegen

Ein schwules Paar will ein Kind. Die Comedyserie «Ready.Daddy.Go!» karikiert die Hürden dabei.

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Michel (Fridolin Sandmeyer) «übt» erst mal mit einem Pflegekind (Fee Schuster-Böckler).

Michel (Fridolin Sandmeyer) «übt» erst mal mit einem Pflegekind (Fee Schuster-Böckler).

ZDF und Ramin Morady
TELE
Mischa Christen

«Weisst du, ich hab keinen Bock mehr, mich zu rechtfertigen. Ich will ein Kind!» Michel (Fridolin Sandmeyer) ist gerade dreissig geworden, schwul und trägt den Kinderwunsch schon lange mit sich rum.

Das mit der Adoption hätte sogar geklappt, doch dann wird Michel von seinem Mann verlassen. Und während in seinem Umfeld die Babys nur so rausfluppen, kämpft sich Michel nun als schwuler Single durch die Unmöglichkeiten des Kinderkriegens. 

Adoption, Leihmutterschaft oder seine beste Freundin weichklopfen – jeder Versuch des sehr tölpelhaft agierenden Tropfs endet im Desaster. Michel lernt dabei nicht nur einiges über pedantische Mütter und verschrobene Achtjährige, sondern vor allem viel über sich selbst.

«Schwule haben es ungleich schwerer, diesen Traum zu realisieren.»

Das Thema Kinderwunsch wird meistens aus einer weiblichen Perspektive geschildert. Die Frau, bei der es nicht klappen will oder deren biologische Uhr tickt und ihre Angst, es vor der Menopause nicht rechtzeitig zu schaffen. «Ready.Daddy.Go!» wählt einen anderen Ansatz und erzählt am Beispiel eines queeren Mannes, der bereit ist, so ziemlich alles für die Erfüllung dieses Wunsches zu tun.

Das sprichwörtliche Ticken der biologischen Uhr kann hier ignoriert werden. Dafür liegt die Besonderheit in den überbürokratischen Abläufen des Kinderkriegens – Dokumente, Bluttests, Fragebögen, Hausbesuche, noch mehr Fragebögen. Schwule haben es ungleich schwerer, den Traum vom Kind zu realisieren als «Hetis», wie Michel heterosexuelle Paare abschätzig nennt.

«Ready.Daddy.Go!» ist eine Instant Fiction. Heisst: Bei der Umsetzung stand den Machern nur ein Bruchteil der Zeit zur Verfügung, die klassischen Serien gegönnt ist. Man verzeihe ihr deshalb die eine oder andere Unstimmigkeit und mimische Holprigkeit. Die Serie ist mit sechs Folgen à 12 bis 15 Minuten dafür wie aus einem Guss weggeschaut und mengt der Comedy viel Tiefe und Drama bei.

Und Sarkasmus! Als Michels Vater etwa lapidar fragt, was sein Sohn «alleine und schwul» schon machen solle – er könne sein Baby ja schlecht im Internet bestellen, ahnt er nicht, welch törichten Floh er seinem Sohn mit dieser unbedachten Äusserung gerade ins Ohr setzt.

Ready.Daddy.Go

ZDF Neo | Comedyserie | D 2023

Mit Fridolin Sandmeyer, Maike Jüttendonk, Eva Karl Faltermeier, Florian Jahr, Fee Schuster-Böckler

Di., 22. August 2023 (1–3/6), 21.45 Uhr
Di., 29. August 2023 (4–6/6), 21.45 Uhr 

Alle Folgen aber sofort auch in der ZDF-Mediathek

Von Mischa Christen am 22. August 2023 - 08:45 Uhr