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SRF – «Der Alte»

«Der eine geht, der andere kommt»

Beim Kult-TV-Krimi «Der Alte» löst Thomas Heinze Jan-Gregor Kremp als Kommissar ab. Tele.ch bat die beiden zum Interview.

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Von links: Thomas Heinze, Jan Gregor Kremp

Thomas Heinze (l.) folgt auf Jan-Gregor Kremp, der die Serie nach zehn Jahren verlässt.

ZDF und Erika Hauri
Irene Lustenberger
Irene Lustenberger

Frischer Wind bei der Mordkommission II in München: Ab Folge 3 der neuen Staffel (Nummer 47!) übernimmt Thomas Heinze als Kriminalhauptkommissar Caspar Bergmann die Führung. Der 58-Jährige tritt die Nachfolge von Jan-Gregor Kremp (60) an, der die Serie nach gut 10 Jahren als Kriminalhauptkommissar Richard Voss verlässt. Heinze ist der fünfte Chefermittler seit 1977, als es mit dem legendären Siegfried Lowitz losging.

In der aktuellen Staffel gibt es acht Folgen zu sehen. Der alte und der neue «Alte» erzählen, was sich durch den Wechsel ändert, warum die Serie so erfolgreich ist – und was sie mit der Schweiz verbindet.

Tele.ch: Jan-Gregor Kremp, Sie spielten 10 Jahre lang den Hauptkommissar Richard Voss. Warum hören Sie auf?

Jan-Gregor Kremp: 10 Jahre sind eine gute Zeit. Es gab in meinem Leben oft 10-Jahres-Zyklen – etwa beim Theater und nun bei «Der Alte». Ausserdem bin ich 60 geworden, irgendwann muss man sich neuen Herausforderungen stellen.

Wie sehen diese neuen Herausforderungen aus?

Kremp: Eigentlich habe ich mir vorgenommen, ein Jahr lang nichts zu machen. Aber im Februar habe ich mit einem Dreh in Lissabon begonnen … Sonst geniesse ich meine freie Zeit zu Hause in Leverkusen, gehe mit den Hunden spazieren und mache mit Kumpels Musik.

Der Chefwechsel erfolgt nicht zwischen zwei Staffeln, sondern mittendrin. Warum?

Kremp: Das war von Anfang an so geplant: Der eine Kommissar geht, der andere kommt. Ich finde es gut, dass keine grosse Lücke entsteht und es nahtlos ineinander übergeht.

Thomas Heinze, Sie spielen neu den Hauptkommissar Caspar Bergmann. Wie ist es dazu gekommen?

Thomas Heinze: Ich habe in der letzten Staffel als Gast mitgespielt. Jan hatte mit dem Gedanken gespielt, aufzuhören und als Kommissar in den Ruhestand zu gehen, und ich hatte Interesse, die Rolle als Nachfolger zu übernehmen.

Was gibt es über Caspar Bergmann zu sagen?

Heinze: Nach dem Krebstod seiner Frau zieht er nach München. Dort leben seine alleinerziehende Tochter und seine Enkeltochter, die er fortan unterstützen möchte. Sie sind auch der Grund, warum er sich für die Stelle als Kommissar beworben hat.

Worin unterscheiden sich die beiden Kommissare?

Heinze: Wir sind grundsätzlich verschiedene Typen. Das ist das Offensichtlichste, den Rest überlassen wir den Zuschauern.

Kremp: Genau! Es sind unterschiedliche Figuren. Was man mitbringen muss, ist die Kompetenz, eine solche Rolle spielen zu können. Deshalb war ich sehr froh, dass die Wahl auf Thomas gefallen ist.

Heinze: Anders ist übrigens auch noch, dass ich ein kleineres Team habe, weil am Ende der letzten Staffel ein Schauspieler ausgestiegen ist und nicht ersetzt wurde.

Der letzte Drehtag ist ein paar Monate her. Wie war das für Sie, Herr Kremp?

Kremp: Es ist schon etwas Besonderes, nach so langer Zeit aufzuhören. Es war sehr emotional. Das Team hat mir mit Gedichten und Geschenken grosse Freude bereitet. Ich konnte mich zwar auf das Ende einstellen, weil es geplant war. Wenn man dann aber vom Hof wegfährt, wird man schon etwas wehmütig. Was ich schön finde: Ich habe immer noch Kontakt mit dem Team – und auch mit Thomas. «Aus den Augen, aus dem Sinn» gilt hier also nicht, auch wenn es beendet ist. Ich habe das gute Gefühl, dass die Serie nun in besten Händen ist, und hoffe, dass die Zuschauer dem «Alten» die Treue halten. Denn es bleibt spannend.

Können Sie ein kurzes Resümee der 10 Jahre geben?

Kremp: Ich bin sehr dankbar für diese Zeit. Man wächst mit dem Team zusammen.

Und wie war Ihr erster Drehtag, Herr Heinze?

Heinze: Emotional ist das natürlich nicht mit Jans Abschied vergleichbar. Ich ging mit viel Freude an den ersten Drehtag. Mir war klar, dass es nicht so leicht wird, schauspielerisch und menschlich in die Fussstapfen von Jan zu treten. Ich habe miterlebt, wie eng die Verbundenheit zwischen ihm und dem Team war. Insofern wusste ich, dass eine ganze Menge Verantwortung auf mich zukommt – nicht nur, was die Arbeit vor der Kamera betrifft, sondern auch, um diesen Platz halbwegs auszufüllen.

Kremp: Thomas, ich kann dich beruhigen! Ich bin ja noch in Kontakt mit dem Team und weiss, alle sind rundum zufrieden und begeistert, wie du das machst und mit welchem Humor du die Leute segnest. Der Übergang hat sehr gut funktioniert.

Heinze: Das freut mich zu hören.

Können Sie schon verraten, wie’s in der Serie weitergeht?

Heinze: Was ich verraten kann: dass ich eine hohe Aufklärungsquote habe (lacht). Es macht mir grossen Spass, und ich pendle gerne zwischen Berlin und München hin und her. Und ich freue mich auf das, was vor mir liegt.

Warum ist die Serie nach über 45 Jahren und rund 450 Folgen immer noch so beliebt?

Heinze: Nicht zuletzt wegen der Schauspieler, die den «Alten» in der Vergangenheit gespielt haben: Siegfried Lowitz, Rolf Schimpf, Walter Kreye und Jan-Gregor Kremp. «Der Alte» ist ein schlauer Fuchs, und es macht Spass, ihm zuzugucken.

Kremp: Ich sehe das genauso wie Thomas und glaube, dass es noch viele Jahre weitergehen wird.

Auch in der Schweiz ist die Serie sehr beliebt. Welchen Bezug haben Sie zum Land?

Heinze: Am Zürcher Schauspielhaus bin ich mit Nina Kronjäger, der Mutter unserer Zwillinge, zusammengekommen. Und in Basel und Zürich habe ich zusammen mit Maximilian Schell den Film «Justiz» gedreht. Ich habe wirklich nur gute Erinnerungen an die Schweiz und fühle mich jetzt grad ein paar Jahre zurückversetzt …

Kremp: Mein Bezug zur Schweiz ist vor allem musikalischer Art. Meine Ecke ist eher der Vierwaldstättersee. Ich habe im vergangenen Jahr in Luzern ein Weihnachtskonzert moderiert und auch früher schon mit Musikern zusammengearbeitet. Mir gefällt die Landschaft dort sehr, und ich mag auch die Mentalität der Menschen. 

Der Alte

Der Alte | Krimireihe

Neu mit Thomas Heinze

Dienstag, 14. März, 20.05 Uhr, SRF 1

Von Irene Lustenberger am 11. März 2023 - 09:00 Uhr