Paramount+ – «Marshals»

Schuld und Sühne im Wilden Westen

Mit «Marshals» erhält das «Yellowstone»-Universum einen neuen Ableger. Höchste Zeit für einen Überblick.

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Der US Marshals Service ist die älteste Bundesstrafverfolgungsbehörde der Vereinigten Staaten. Paramount+

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Was als raue Familiensaga auf einer Ranch in Montana begann, hat sich unter der Schirmherrschaft von Serienschöpfer Taylor Sheridan (55) zum einfluss­reichen Imperium ausgeweitet. Sheridan, innova­tiver Architekt des Neo-Westerns, hat mit seinem «Yellowstone»-Universum eine erzählerische Landkarte geschaffen, die nicht nur geographische Grenzen, sondern ganze Epochen überspannt. Seine Geschichten waren mitunter moderne Mythen über Landbesitz, Loyalität und den unerbittlichen Preis des Überlebens. Der neuste Ableger «Marshals» rückt Kayce Dutton (Luke Grimes) nach den Geschehnissen in «Yellowstone» (2018–2024) in den Fokus.
Rekapitulieren wir die letzte Staffel der Mutterserie: Nach dem Mord an seinem Vater John (Kevin Costner) und dem Zerfall des Familienimperiums blieb Kayce Dutton als letzter moralischer Anker einer zerfallenden Welt zurück.
Während sich seine Geschwister gegenseitig zerfleischten, wählte er weder den Pfad der Rache noch den verzweifelten Erhalt des Erbes, sondern das ruhige Familienleben. Kayce liess sich mit Ehefrau Monica (Kelsey Asbille) und Sohn Tate auf einem kleinen Fleck Erde nieder, um ein friedliches Leben zu führen.
In «Marshals» schliesst er sich nun einer Eliteeinheit des U.S. Marshals Service an, um das Verbrechen in Montana zu bekämpfen. Warum er das tut? Der Blick auf den Cast gibt einen Hinweis: Asbille alias Monica ist nicht aufgeführt. Was geschah mit ihr nach dem Ende von «Yellowstone»?
Sheridan hat das Fundament des «Yellowstone»-Franchise nun schon über Jahrhunderte hinweg zementiert. Chronologisch gesehen begann alles mit der archaischen Wucht des Prequels «1883». Hier entstand die DNA des Widerstands, als die ersten Duttons den Boden von Montana mit dem Leben ihrer Kinder bezahlten.

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Diese schmerzhafte Grundsteinlegung zog sich wie ein roter Faden durch die Generationen, weiter­geführt in «1923», wo Harrison Ford und Helen Mirren als Duttons das Familienerbe durch Prohibition und Weltwirtschaftskrise hindurch verteidigten. Als Nächstes wird das Prequel «1944» diese historische Kette ergänzen und jene Epoche beleuchten, in der das Schicksal der Ranch mit den Erschütterungen des Zweiten Weltkriegs kollidiert.
Weitere Sequels folgen: In «6666» (Start unbekannt) verlassen wir die schneebedeckten Gipfel Montanas für die quasireligiöse Arbeitsmoral der legen­dären Ranch in Texas, wo das Handwerk des Cowboys noch in seiner lautersten Form existiert. Und unter dem provisorischen Titel «The Dutton Ranch» wird an einem Spinoff geschmiedet, das die Geschichte von Beth Dutton (Kelly Reilly) und Rip Wheeler (Cole Hauser) nach den Ereignissen der Mutterserie weiterspinnt.

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Doch es ist «Marshals», das nun erst mal den Kreis im Hier und Jetzt schliesst. Begleitet von vertrauten Weggefährten, betreten wir gemeinsam mit Kayce Dutton eine Welt, die uns von den ersten staubigen Schritten der Siedler anno 1883 bis zur hochmodernen, aber nicht minder gefährlichen Justiz der Gegenwart führt und dabei eines klarmacht: Der Kampf um den amerikanischen Westen endet nie. Er wechselt nur die Uniform und die Abzeichen.

Marshals

Paramount+ | Neo-Westernserie | 1. Staffel
Mit Luke Grimes, Logan Marshall-Green, Gil Birmingham
USA 2026, ab 2. März 2026

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Der Trailer

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