Prime Video – «Scarpetta»

Den Tod stets im Fokus

Patricia Cornwells Krimis um die Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta werden zur Serie. Nicole Kidman spielt die unterkühlte Heldin.

TELE

Scarpetta - First Look
Passionierte Gerichts­medizinerin: Kay Scarpetta (Nicole Kidman). Prime Video

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Die US-Schriftstellerin Patricia Cornwell (69) veröffentlichte 1990 mit «Post Mortem – Ein Fall für Kay Scarpetta» den ersten Kriminalroman mit der smarten Gerichtsmedizi­nerin als Titelheldin. 28 Romane und 36 Jahre später wird die beliebte Figur nun zur Titelheldin der neuen Krimiserie «Scarpetta».
Zu verdanken ist dies unter anderem Jamie Lee Curtis, deren Produktionsfirma Comet Pictures für die Serie verantwortlich zeichnet. «Ich wollte schon seit geraumer Zeit Patricia Cornwells Kay Scarpetta auf die Leinwand bringen», teilte Curtis vor kurzem in einem Statement mit. Besonders freue sie sich, «dass Nicole Kidman die Hauptfigur zum Leben erwecken wird». Auch Curtis spielt mit – und wie! Doch dazu später.
Statt nun einfach einen Band nach dem anderen filmisch nachzuerzählen, beeindruckt die erste Staffel «Scarpetta» mit einer komplexen Story, verteilt auf zwei Zeitebenen. Einerseits befinden wir uns im Jetzt: Kay Scarpetta (Kidman) und ihr Ehemann, FBI-Profiler Benton Wesley (Simon Baker), kehren nach zehn Jahren aus Boston nach Richmond zurück. Scarpetta wird zur obersten Gerichtsmedizinerin von Virginia berufen.
In Kays grossem Haus lebt auch ihre Nichte Lucy (Ariana DeBose), ein hochintelligentes Computer-Ass. Lucy hat gerade den Tod ihrer Ehefrau Janet zu ver­arbeiten und greift dafür zu unkonventionellen Mitteln: Ein KI-unterstütztes Programm hält die Verstorbene virtuell am Leben, sodass die zwei sich via Bildschirm unterhalten können.
Eher widerwillig im selben Haus lebt auch Kays Schwester, also Lucys Mutter, die aufbrausende Dorothy (Jamie Lee Curtis). Sie hat während der Pandemie Scarpettas Arbeitskollegen geheiratet, den mittlerweile pensionierten Polizisten Pete Marino (Bobby Cannavale).
Klar, sorgen so viele Menschen unter einem Dach für Reibereien. Und ebenso klar ist, dass gleich ein Mord begangen wird, zu dem Scarpetta ausrücken muss. Als eine ihrer ersten Amtshandlungen benennt sie Marino zu ihrem persönlichen Assistenten. Damit ist er wieder im Dienst – sehr zum Ärger von Schwester Dorothy.

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Man merkt es schon: Obwohl «Scarpetta» als klassische Krimi­serie konzipiert ist, spielen die zwischenmenschlichen Beziehungen und deren Entwicklungen eine entscheidende Rolle. Spezielle Erwähnung verdient an dieser Stelle der exzellente Cast. Denn wenn jede Figur mit einem Star besetzt wird, bedeutet dies ja nicht automatisch, dass das Zusammenspiel und das Endprodukt gelingen müssen. Schaut man sich aber «Scarpetta» an, steht einem nicht nur einmal der Mund vor Staunen offen: Dieses Ensemble ist schlicht grossartig.
Um die Figuren und ihre Eigenheiten besser zu verstehen, hilft die bereits erwähnte zweite Zeitebene, die ebenfalls stark gewichtet wird: Im Jahr 1998 war die junge Kay Scarpetta (Rosy McEwen) ganz neu als Gerichtsmedizinerin von Richmond im Dienst. Wir erleben noch einmal mit, wie sie im Fall eines Serienmörders ermittelt, der Frauen sexuell missbraucht und zu Tode stranguliert. An Kays Seite: der junge, damals sehr ruppige und cholerische Pete Marino (gespielt von Bobby Cannavales Sohn Jake).

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Besonders reizvoll an den beiden Zeitsträngen: Die Mordfälle liegen zwar 28 Jahre auseinander, hängen aber offenbar zusammen. Für Scarpetta wird’s sehr ungemütlich, denn ihre Meriten und ihre Glaubwürdigkeit basieren auf dem Fall von 1998. Sollte sie damals den falschen Täter verhaftet haben, wäre ihre Karriere futsch.
Krimifans können sich genüsslich zurücklehnen: Es kommt alles noch viel, viel schlimmer.

Scarpetta ★★★★★

Prime Video | Krimiserie | Staffel 1
Mit Nicole Kidman, Jamie Lee Curtis, Bobby Cannavale
USA 2026, ab 11. März 2026

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Der Trailer

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