HBO Max – «A Knight of the Seven Kingdoms»

In Westeros wird’s kurios

Mit «A Knight of the Seven Kingdoms» startet das zweite Spinoff von «Game of Thrones». Und: Es wird total anders als erwartet!

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Ungleiches Duo: Heckenritter Dunk (Peter Claffey) mit  Knappe Ei (Dexter Sol Ansell).
Ungleiches Duo: Heckenritter Dunk (Peter Claffey) mit Knappe Ei (Dexter Sol Ansell). TELE

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Ein episches Intro, kolossale Kulissen, blutige Schlachten und fliegende Feuerdrachen – so kennen die Fans George R. R. Martins Phantasiewelt Westeros. Kaum eine Serie wurde monumentaler inszeniert als «Game of Thrones» (2011–2019) und «House of the Dragon» (seit 2022).
Wer nun denkt, es gehe mit dem zweiten Spinoff im gleichen Ton weiter, wird staunen: «A Knight of the Seven Kingdoms» spielt zwar auch in Westeros, hundert Jahre vor den «Game of Thrones»-Geschehnissen, doch von Opulenz und Gigantismus keine Spur.
Ein Intro gibt’s erst gar nicht. Also treffen wir ohne Vorgeplänkel auf den sehr gross gewachsenen Dunk (Peter Claffey), der seinem Herrn, dem Heckenritter Arlan von Pennytree (Danny Webb), stets als treuer Knappe gedient hat. Nach dessen Ableben nimmt Dunk Schild und Schwert an sich und will nun seinerseits als Ritter von sich reden machen.
Also macht sich der dusslige Hüne, der gerne Selbstgespräche führt, auf den Weg zum nächsten Turnier. Unterwegs trifft er auf einen kleinen, glatzköpfigen Jungen (Dexter Sol Ansell), der sich «Ei» nennt. Ei will unbedingt Dunks Knappe werden, und mangels Alternativen nimmt Dunk, der fürderhin Ser Duncan der Grosse heissen will, das Angebot an.
Was schon in Folge 1 auffällt, ist der fein eingestreute Humor. Bisher gab es bei den Helden in Westeros nur wenig zu lachen, doch mit dem ungelenken Dunk hält kuriose Komik Einzug in die sieben Königreiche. Da reibt man sich als eingefleischter Fan schon mal die Augen ob den derben Pointen. Etwa wenn man Zeuge eines grossen Geschäfts hinter einer einsamen Ulme wird oder beim Anblick eines noch viel grösseren entblössten Gemächts eines älteren Herrn. Richtig plump wird’s aber nie.

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Gelungen ist auch die Besetzung: Den schlaksigen Dunk vom 1,95 m grossen ehemaligen Rugbyspieler Peter Claffey verkörpern zu lassen, ist ein Glücksgriff. Der elfjährige Dexter Sol Ansell zeigt als Gegenpart Ei viel Tiefe. Hinzu kommen mit Bertie Carvel, Daniel Ings und Henry Ashton bekannte Seriengesichter aus Grossbritannien.
«A Knight of the Seven Kingdoms» basiert auf der Kurzgeschichte «Der Heckenritter» aus George R. R Martins Anthologie «Legends», die 1998 erschien. Wer nun vielleicht befürchtet, es gehe nur halbbatzig zur Sache, sei beruhigt: Dunk trifft sehr schnell auf Lords aus den Häusern Bara-theon und Targaryen. Vor allem mit Letzteren ist – obwohl deren Drachen ausgestorben sind – niemals gut Kirschen essen.
Und wie immer bei George R. R. Martin gilt auch hier: Es wird Blut fliessen. Ganz viel Blut!

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A Knight of the Seven Kingdoms ★★★★☆

HBO Max | Fantasyserie | Staffel 1
Mit Peter Claffey, Dexter Sol Ansell, Bertie Carvel
USA 2026, ab 18. Januar 2026

Der Trailer

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