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Disney+ – «City of Blood»

Blut fliesst auf Berlins Strassen

Klimawandel, politischer Zerfall und Vampire: «City of Blood» vereint gleich alle drei Themen.

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Die Schwestern Phoebe (l.) und Bea schlagen sich durch die Trümmer von Berlin.
Die Schwestern Phoebe (l.) und Bea schlagen sich durch die Trümmer von Berlin.Julie Vrabelova/Amusement Park Film © 2026

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Wenn die Zukunft zu nah an die Gegenwart rückt, bekommt das Erzählen einen bitteren Beigeschmack. In der deutschen Horrorthrillerserie «City of Blood» brennt die Sonne unbarmherzig auf ein zum korrupten Stadtstaat kollabiertes Berlin. Wer Einfluss und Kapital hat, rettet sich in die luxuriösen Häuser unter einer riesigen, klimatisierten Kuppel. Wer keine Privilegien geniesst, versinkt auf den glühenden, staubigen Strassen in Kriminalität, Chaos und Armut. Doch das wahre Grauen lauert tiefer: Vampire haben das organisierte Verbrechen übernommen und greifen nach der politischen Macht. Blut ist zur Währung der Stadt geworden.
Das erinnert in den besten Momenten an die britische Anthologie-Serie «Black Mirror». Auch «City of Blood» malt eine erschreckend nahe, realistische Zukunft und erzeugt ihre Spannung – mal abgesehen von den Blutsaugern – nicht aus reiner Science-Fiction, sondern aus dem konsequenten Weiterdenken des aktuellen Unbehagens. Zynisch formuliert könnte das Timing für die Veröffentlichung der Serie nicht besser sein – nach diesem extremen Hitzesommer.
Basierend auf der Graphic-Novel-Reihe «Berlin Noir» verknüpft Regisseur Philipp Kadelbach («Wir Kinder vom Bahnhof Zoo», 2021) finstere Vampirmythologie mit den Abgründen eines Politthrillers.
Im Zentrum stehen zwei Schwestern: Die chronisch kranke Bea (Lea Drinda), die behütet unter besagter Kuppel bei einer Adoptivmutter aufwächst, und Phoebe (Soma Pysall), die sich durch Berlins raue Strassen schlägt. Als die zwei vor entscheidenden Wahlen im Gewirr wieder aufeinandertreffen, geraten sie zwischen die Fronten von Menschen, Vampiren und skrupellosem Kalkül.
Dass diese Dystopie nicht wie abenteuerliches Spektakel, sondern eher wie der verzerrte Blick in die «Tagesschau» von morgen wirkt, verleiht der Serie ihre besondere Schärfe. Hauptdarstellerin Lea Drinda bringt es im Gespräch mit tele.ch auf den Punkt: «Natürlich ist es eine fiktive Geschichte, eine Dystopie. Aber ich finde es erschreckend, wie nah man dann manchmal doch an der Realität dran ist mit dieser überspitzten Variante dessen, was uns erwarten könnte.»

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Getragen wird diese düstere Vision von einem herausragenden Ensemble. Neben Lea Drinda glänzen Charakterdarsteller wie Lars Eidinger («Babylon Berlin»), der der Machtgier eine abgründige, aristokratische Aura verleiht, sowie Franz Hartwig, der uns schon in der Krimiserie «Der Pass» mit seinem dämonischen Charme verstörte.
Drinda wählte mit «Wir Kinder vom Bahnhof Zoo» und «Becoming Charlie» bereits Rollen an gesellschaftlichen Bruchlinien. Das ist kein Zufall, sondern entspricht ihrem Selbstverständnis als Künstlerin: «Ich bin nicht der Typ, der sich auf eine grosse Bühne stellt und lange Reden hält. Aber ich kann meine Mitmenschen dazu bringen, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die nicht so angenehm sind.»
«City of Blood» mag etwas gar dick auftragen, wenn Horror und korrupte Politik kollidieren. Und doch gelingt es der Serie über weite Strecken, Unterhaltung zu liefern, die von Leidenschaft und schauspielerischer Wucht getragen wird.

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City of Blood ★★★☆☆

Disney+ | Miniserie
Lea Drinda, Soma Pysall, Lars Eidinger, Franz Hartwig
D 2026, ab 16. September 2026

Der Trailer

Über die Autoren

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