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Prime Video – «Friends Sex and Games»

Spiel mit dem Feuer

Klamauk, Erotik oder Gefühlstiefe? «Friends Sex and Games» balanciert auf einem schmalen Grat.

TELE

Die familiäre Idylle täuscht: Anna und Paul mit Tochter Mica (M.).
Die familiäre Idylle täuscht: Anna und Paul mit Tochter Mica (M.). Fotografin: Anne Wilk

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Hier geht es um Sex. Wer beim Lesen des Serien­titels allenfalls noch gezweifelt hat, checkt es spätestens beim Auftakt. Da wird das Publikum gleich mit ein paar pikanten Szenen bedient.
Und wer sich am fehlenden Komma im Serientitel stört: Satzzeichen sind hier wohl aus künstlerisch-ästhetischen Über­legungen geopfert worden. Dabei erinnert «Friends Sex and Games» doch stark an ein Erzeugnis aus der Marketingabteilung. Der Arbeitstitel «Game of Keys» wäre feinsinniger gewesen.
Aber halten wir uns nicht mit grammatikalischen Nebensächlichkeiten auf, und gehen wir medias in res. Der Plot der deutschen Adaption des mexikanischen Serienhits «El juego de las llaves» ist so banal wie explosiv: Ein erotisches Spiel stellt das Beziehungsgefüge von vier Paaren auf den Kopf.
Im Zentrum der Dramedy­serie stehen Anna (Paula Kalenberg) und Paul (Fridolin Sandmeyer), die es sich in ihrer lang­jährigen Partnerschaft gemütlich eingerichtet haben. Doch während Paul das tägliche Einerlei im bequemen Sessel geniesst, sehnt sich Anna insgeheim nach sexueller Abwechslung.
Da kommt der erfolgreiche DJ Samu (Eric Cordes) wie gerufen! Annas ehemaliger Schulkamerad kehrt mit seiner Freundin aus Spanien in die Heimat zurück und serviert seiner alten Clique das «Schlüsselspiel». Das frivole Gesellschaftsspiel funktioniert denkbar einfach: Die Männer werfen ihre Schlüssel in eine Schale, die Frauen ziehen blind einen heraus und verbringen die Nacht mit dessen Besitzer.
Folgende Regeln gilt es dabei ein­zuhalten. Erstens: Erlaubt ist nur Safer Sex. Zweitens: Nur Ja heisst Ja. Drittens: Kein Sex ausserhalb des Spiels. Und viertens: Keine Gefühle, kein Verlieben! Die ersten drei Regeln tönen nach einer vernünf­tigen Hausordnung für Erwachsene. Dass hingegen Regel Nummer 4 so rasch in sich zusammenfällt wie ein Kartenhaus, war zu erwarten. So entwickelt sich, was als prickelndes Abenteuer beginnt, schnell zu einem emotionalen Pulverfass.

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Inhaltlich bedient sich die Produktion hemmungslos aus der Klischeekiste und schlägt gerne klamaukhafte Töne an. Eher unkonventionell ist dabei immerhin, dass vorwiegend die Frauen jene sind, die Tag und Nacht an Sex denken, während die Herren der Schöpfung tendenziell an Lustlosigkeit leiden.
Doch zwischen all den Schenkelklopfern und Schäferstündchen schlägt die Serie auch feinfühlige Töne an – und zwar dank Valentin (Martin Bruchmann), der mit seiner sexuellen Orientierung hadert. Seine innere Zerrissenheit befreit das laszive Treiben zwischendurch vom reinen Schabernack und verleiht dem Ganzen eine unerwartet melancholische Tiefe.
So kommt es, dass man sich allmählich ins Unvermeidliche schickt, über den ganzen Humbug hinwegsieht (die Spider-Man-Szene etwa ist an Absurdität nicht zu übertreffen) und am Ende Teil dieses herrlich verwirrten Clans wird. Ein perfektes Guilty Pleasure – nicht sehr clever, aber mit Unterhaltungswert.

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Friends Sex and Games ★★★☆☆

Prime Video | Dramedyserie | 1. Staffel
Mit Paula Kalenberg, Fridolin Sandmeyer, Martin Bruchmann, Eric Cordes
D 2026, ab 16. Oktober 2026

Der Trailer

Über die Autoren

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