Als vor vier Jahren die erste Staffel der Dramaserie «The Bear» startete, ging ein Ruck durch die Serienlandschaft. Zwar gab es vorher schon etliche Serien über Köche und Restaurants, aber «The Bear» war komplett anders: Die Kamera rückte stets viel zu nah ran, die Schnitte waren immer ein bisschen zu schnell, das Geschrei zu laut, der Stresspegel zu hoch.
Wer sich «The Bear» anschaut, wird mit Haut und Haaren in die überhitzte Küche reingezogen, leidet mit, schwitzt, ächzt und ist hingerissen und fasziniert ob der Rohheit dieser Serienperle.
«The Bear» erzählt von Carmen «Carmy» Berzatto (Jeremy Allen White), der seinen Job als Fine-Dining-Koch aufgibt und nach Chicago zurückkehrt. Dort übernimmt er den Sandwichladen seines Bruders, der sich umgebracht hat. Carmy und sein wild zusammengewürfeltes Team kämpfen gegen Geldmangel, ausbleibende Gäste, fehlende Zeit, aufkeimende Konflikte und vor allem gegen die inneren Dämonen, die jeden plagen.
Dieses ohnmächtige Aufbäumen gegen die Widrigkeiten des Lebens zieht sich wie ein roter Faden durch sämtliche Staffeln. Klar, geht es in «The Bear» vordergründig ums Kochen. Anfangs um deftige, fetttriefende Steaksandwiches, die in Papier eingewickelt und über die Gasse an Arbeiter in der Mittagspause verkauft werden. Später verwandelt sich der Imbiss-Food in edle, filigrane Haute Cuisine, auf Tellerchen drapiert und bei gedimmtem Licht serviert.
Doch egal ob Snackbude oder Nobelbeiz – Spardruck war stets präsent und spitzt sich in der finalen fünften Staffel zu: Carmys Onkel Jimmy (Oliver Platt) droht seit der ersten Staffel, dem «Bear» den Geldhahn zuzudrehen. Nun wurde Jimmy selber von einem Geschäftspartner über den Tisch gezogen; dennoch hilft er mit allen Mitteln mit, doch noch Geld für das in Geldnöten steckende Lokal aufzutreiben.
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Das macht die Lage nicht einfacher: Carmy hat zum Ende der vierten Staffel verkündet, aus dem Restaurant auszusteigen, da er realisiert hat, dass er das Kochen nicht mehr wirklich liebt. Dennoch schiebt er eine letzte Schicht in der Küche, unter der Leitung von Sydney (Ayo Edebiri), die bei ihm einst als Hilfsköchin eingestiegen war.
Und Sydneys erste Schicht als Chefköchin hat es in sich: Die Vorratskammern sind praktisch leer, und wegen eines gigantischen Sturms fallen wichtige Lieferanten aus. Da das Geld ausgegangen ist, müssen die «Bear»-Köche nun Mahlzeiten verkleinern, Zutaten austauschen und improvisieren, um den Tagesumsatz zu erreichen. Und während in der Küche wortwörtlich alles den Bach runterzugehen droht, versucht Carmys Cousin Richie (Ebon Moss-Bachrach) im Gastraum verzweifelt, gute Miene zum bösen Spiel zu machen.
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Ja, «The Bear» geht auch in seiner finalen Staffel an die Nieren. Ja, es fliessen Tränen. Und nein, der Stress und das Tempo nehmen nicht ab. Zum Abschluss spielt die Serie noch einmal ihre grosse Stärke aus: An allen Ecken menschelt es ausserordentlich.
The Bear ★★★★★
Disney+ | Dramaserie | 5. Staffel
Mit Jeremy Allen White, Ebon Moss-Bachrach, Ayo Edebiri
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