Prime Video – «Young Sherlock»

Scharf, schärfer, Sherlock

Guy Ritchies neue Krimiserie zeigt, wie aus einem wilden Teenager der legendäre Detektiv wurde.

TELE

Young Sherlock - First Look
Haben sich angefreundet: James Moriarty (Finn, l.), Sherlock Holmes (Fiennes Tiffin). Prime Video

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Es gibt wohl keine Roman­figur, die so oft in Filmen und Serien zum Leben erweckt wurde wie Sherlock Holmes von Arthur Conan Doyle. Laut «Guinness-Buch der Rekorde» gab es bis ins Jahr 2012 bereits 254 TV- und Kinoadaptionen über den Meisterdetektiv. Und dass in den letzten Jahren noch einige hinzukamen, weiss man spätestens seit den zwei Netflix-Filmen über Holmes’ Schwester Enola (2020 und 2022; Teil 3 wird noch dieses Jahr erwartet).
Sogar SRF mischt mit im Sherlock-Universum: Diesen Frühling beginnen die Dreharbeiten zur Serie «The Death of Sherlock», einer Co-Produktion mit Sky. Darin wird erzählt, was nach Sherlocks Tod beim finalen Duell mit Professor Moriarty tatsächlich geschah.
Einen ganz anderen Ansatz wählt nun «Young Sherlock». Die actiongeladene Krimiserie trägt klar die Handschrift von Regisseur Guy Ritchie (wie schon seine «Sherlock»-Kinofilme von 2009 und 2011 mit Robert Downey Jr.). Todschick ausgestattet und mit stimmigem Soundtrack frischt der junge Sherlock (Hero Fiennes Tiffin) das teilweise etwas angestaubte Image des schlauen Schnüfflers auf.
Die Story setzt ein, als der junge Sherlock eingebuchtet wird. Nach der Lektüre von Charles Dickens’ «Oliver Twist» hatte sich der Teenie zum Taschendieb berufen gefühlt – und wurde geschnappt. Zum Glück holt ihn sein sieben Jahre älterer Bruder Mycroft (Max Irons) wieder raus und organisiert ihm gleich noch ein Plätzchen an der Universität von Oxford. Doch Sherlocks Start gestaltet sich wenig geschmeidig. Er soll sich in Oxford nämlich als Page nützlich machen – nicht etwa als Student. Statt zu akademischen Höhenflügen anzusetzen, heisst es also Klos putzen.
Es vergeht nicht einmal ein Tag, bis sich der geistig unterforderte Hausdiener in den Unterricht einmischt, den Dozenten in die Vor­lesung reinplappert und mit seinem analytischen Verstand imponiert. So sagt ein Professor zu Sherlocks Bruder: «Mycroft, das Interessanteste an Ihnen ist Ihr Bruder.»

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Sein eigenwilliges Verhalten weckt auch das Interesse der Studenten. Vor allem James Moriarty (Dónal Finn) sucht die Nähe zum querdenkenden Sherlock, schnell freunden sich die beiden an. Da schrillen sofort alle Alarm­glocken! Von Moriarty weiss man ja nur zu gut, dass er dereinst Sherlocks Todfeind wird. Doch bis dahin vergeht noch sehr viel Zeit.
Als der chinesischen Prinzessin Gulun Shou’an (Zine Tseng), die in Oxford weilt, kostbare Schriftrollen gestohlen werden, bietet sich der scharfsinnige Sherlock als Ermittler an. Gemeinsam mit Moriarty findet er eine Spur, die zur Täterschaft führt – sehr zum Ärger der ineffizienten Polizei.
Mehr über die Handlung wird hier natürlich nicht verraten. Nur so viel: Auf den jungen Wilden warten rasante Verfolgungsjagden, köstlicher Wortwitz und unerwartete Wendungen. Die acht Folgen sind höchst unterhaltsam – nicht zuletzt dank bekannten Gesichtern wie Natascha McElhone («Californication») als Sherlocks Mutter Cordelia oder Colin Firth als dusseliger Professor Bucephalus Hodge. Und Sherlocks Vater Silas wird von Joseph Fiennes verkörpert, dem Onkel von Sherlock-Darsteller Hero Fiennes Tiffin.

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Die erste Staffel macht definitiv Lust auf mehr. Sogar auf sehr viel mehr. Denn nur zu gern wären wir dabei, wenn Holmes sich mit Moriarty entzweit – und endlich auf John H. Watson trifft!

Young Sherlock ★★★★☆

Prime Video | Krimiserie | Staffel 1
Mit Hero Fiennes Tif f in, Dónal Finn, Zine Tseng
GB 2026, ab 4. März 2026

Der Trailer

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