Netflix – «Unsere kleine Farm»

Und ewig lockt die Prärie

Die beliebte Familienserie «Unsere kleine Farm» bekommt nach über 40 Jahren ein Remake auf Netflix.

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Familienmusik: Mr. Edwards, Laura, Mary, Charles und Caroline Ingalls (v. l.). ERIC ZACHANOWICH/NETFLIX

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Wer erinnert sich nicht daran, wie über­mütig Laura Ingalls mit ihren fliegenden Zöpfen durchs hohe Gras herangehüpft kam? Das Intro zur Kultserie «Unsere kleine Farm» (1974–1983) hat sich tief ins Gedächtnis der (damals natürlich noch viel jüngeren) Serienfans gebrannt. Die US-amerikanische Fernsehserie erzählte die Geschichte der Ingalls, die im späten 19. Jahrhundert in einem Planwagen aus dem dicht bewaldeten Wisconsin in Richtung Prärie im Wilden Westen zieht. Dort will sich die Familie ein neues Leben aufbauen.
Die Story basiert auf der autobiographischen Buchreihe «Little House on the Prairie» von Laura Ingalls Wilder (1867–1957). Mit «Bonanza»-Liebling Michael Landon als Familienvater Charles war der Erfolg der Serie garantiert. Noch bis heute verzeichnet «Unsere kleine Farm» hohe Zuschauerzahlen. In den USA ist die Serie auf dem Streamingdienst Peacock abrufbar: Allein 2024 schauten die Fans mehr als 13 Milliarden Minuten zu!
Jetzt, über vierzig Jahre später, erscheint eine Neuadaption. Netflix hat das Projekt in die Hände von Showrunnerin Rebecca Sonnenshine («The Boys», «The Vampire Diaries») gelegt. Für sie ist es eine Herzensangelegenheit. «Ich habe mich schon mit fünf Jahren in diese Bücher verliebt», sagt sie in einem Interview. Ingalls Geschichte habe sie dazu inspiriert, Autorin und Filmemacherin zu werden, «und ich fühle mich geehrt und bin begeistert, diese Geschichten für ein neues globales Publikum zu erzählen».
Die Neuadaption startet buchgetreu: Charles Ingalls (Luke Bracey) zieht mit seiner Frau Caroline (Crosby Fitzgerald), den Töchtern Mary (Skywalker Hughes) und Laura (Alice Halsey) sowie Familienhund Jack in einem Planwagen von Wisconsin nach Kansas. Auf dem beschwer­lichen Weg warten zahlreiche, oft lebensbedrohliche Hindernisse auf die Ingalls, bevor sie sich ausserhalb der kleinen Siedlung Independence ein schönes Stück Land aussuchen.

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Nach dem noch etwas glattgebügelten Auftakt erhöht die Serie Tempo und Tiefe. Die grossen Themen und Konflikte jener Zeit werden sorgfältig herausgeschält. So prallen etwa tiefe Gottesfurcht und über­lebenswichtige Alltagstauglichkeit auf­einander. Zudem kollidiert die Aufbruchstimmung und Euphorie der weissen Siedler für eine bessere Zukunft mit der Ohnmacht der indianischen Ureinwohner. Denn deren Zwangsverlegung in von der Regierung festgelegte Reservate steht kurz bevor.
Eingebettet in diesen historischen Kontext, bleibt genug Platz für die Fami­liengeschichte der Ingalls und viel Zwischenmenschliches: etwa wie Caroline von Heimweh und Zweifeln geplagt ist oder wie Vater Charles ein Geheimnis um die Umstände des offenbar abrupten Wegzugs aus Wisconsin macht. Die Geschichte hat auch herzliche Momente: etwa wenn Laura und Mary neue Freunde finden oder der totgeglaubte Familienhund Jack wieder auftaucht.

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Gewinnend und gut besetzt ist vor allem die Hauptfigur, Erzählerin Laura: Alice Halsey verkörpert sehr überzeugend den gelockten Wildfang, der lieber mit der Steinschleuder Hasen jagt, statt Taschentücher zu besticken.
Übrigens: Die Netflix-Bosse sind von Staffel 1 so angetan, dass sie bereits vor dem weltweiten Start am 9. Juli eine zweite in Auftrag gegeben haben.

Unsere kleine Farm ★★★★☆

Netflix | Familienserie | 1. Staffel
Mit Alice Halsey, Luke Bracey, Crosby Fitzgerald
USA 2026, ab 9. Juli 2026

Der Trailer

Über die Autoren

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