Märchenhaft

Die vierte Staffel des Netflix-Serienhits «Bridgerton» lehnt sich offensichtlich an «Aschenputtel» der Brüder Grimm an.

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Die schöne Unbekannte (Yerin Ha) verdreht Benedict Bridgerton (Luke Thompson) den Kopf. LIAM DANIEL/NETFLIX

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Die Fans wissen längst, wie bei «Bridgerton» der Hase läuft: Jede neue Staffel rückt ein anderes Mitglied der noblen Familie Bridgerton ins Zentrum, das während der Ballsaison standesgemäss vermählt werden soll.
Nachdem in der ersten Staffel Daphne (Phoebe Dynevor) ihren Partner fand und in der zweiten der Erstgeborene Anthony (Jonathan Bailey) zu seinem Liebesglück kam, wurde in Staffel drei auch für Colin (Luke Newton) ein passendes Gegenstück organisiert. Nun ist Lebemann Benedict (Luke Thompson) an der Reihe.
Allerdings ist dieser von den Plänen seiner Mutter Violet (Ruth Gemmell), ihn endlich unter die Haube zu bringen, wenig begeistert. Der Playboy will nicht heiraten, der Ruf seiner noblen Familie ist ihm egal. Die Frauen der feinen Gesellschaft hätten «kein Feuer, keine Persönlichkeit», findet Benedict. So schlägt er sich die Nächte lieber mit Wein, Weib und manchmal auch Mann um die Ohren.
Den Maskenball, mit dem die Familie Bridgerton die Saison schliesslich eröffnet, kann Benedict jedoch nicht schwänzen. Ausgerechnet da verliebt er sich Hals über Kopf in eine unbekannte Dame (Yerin Ha). Weil alle maskiert sind, weiss Benedict nur, wie ihre Lippen aussehen, die er flüchtig küssen durfte. Und weil die mysteriöse Schöne sich noch vor der mitternächtlichen Demaskierung aus dem Staub macht, bleibt dem Bedauernswerten bloss die Erinnerung an sie – sowie ein weisser Samthandschuh, den sie in der Hast verlor.
Schon am nächsten Morgen macht sich Benedict verzweifelt auf die Suche nach der Unbekannten. Die Zuschauer/-innen sind ihm einen Schritt voraus, denn sie wissen, dass es sich bei der Dame um Sophie Baek handelt: eine Zofe, die sich heimlich und unerlaubterweise unter die noble Gästeschar des Balles mischte.

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Die Anlehnung an «Grimms Märchen» ist offensichtlich. Zwar verliert Aschenputtel auf der Flucht keinen Handschuh, sondern einen Schuh, doch auch Sophie lebt bei einer bösartigen Stiefmutter (Katie Leung) mit deren zwei Töchtern – von denen hier allerdings nur eine missgünstig ist.
Mit der Märchenthematik fügt Serienschöpferin Shonda Rhimes dem Bridgerton-Universum eine neue Färbung hinzu. Und noch was ist neu in Staffel 4: Erstmals ver­lagert sich die Handlung von den schicken Salons in die Räumlichkeiten der Bediensteten. Nicht nur Ladys und Lords, sondern auch Zofen, Mägde und Butler werden eng in die Handlung eingebunden. Das verleiht der Geschichte nun auch noch einen Hauch von «Downton Abbey»!
Ob’s in der neuen Staffel wieder unter den Rüschen­röcken rumort und in den Kojen knattert? Aber ja doch – und zwar an mehreren Fronten! Mehr wird nicht verraten. Für die pikantesten Szenen sorgt aber wohl erst der zweite Teil von Staffel 4 (ab 26. Februar).

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Und das Liebesgestöhne wird auf jeden Fall noch andauern, denn eine fünfte und sechste Staffel sind bereits bestätigt.

Bridgerton ★★★☆☆

Netflix Dramaserie | Staffel 4A
Mit Luke Thompson, Yerin Ha, Ruth Gemmell
USA 2026, ab 29. Januar 2026

Der Trailer

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