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The Adam Project – Hallo, ich!

In «The Adam Project» reist Ryan Reynolds in die Vergangenheit – und trifft auf sich selbst.

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«The Adam Project» mit Walker Scobell und Ryan Reynolds

«The Adam Project» mit Walker Scobell als junger Adam und Ryan Reynolds als grosser Adam. 

Doane Gregory/Netflix © 2021

Wenn Zeitreisende in Filmen auf sich selbst treffen, endet das selten gut. Spätestens «Zurück in die Zukunft» (1985–1990) hat das Ego-Stelldichein quasi zur Todsünde erhoben. Aber wieso eigentlich? Es gibt doch schon genug Paradoxien bei Zeitreisen, weshalb noch eine hinzufügen?

Das dachte sich wohl auch Erfolgsregisseur Shawn Levy («Stranger Things», «Free Guy»). Er lässt Ryan Reynolds kurzerhand auf sein jüngeres Ich treffen und ignoriert auch andere Zeitreise-Ideen wie Grossvater-Paradoxon oder Multiversum. Vielmehr gebe es eine «Fixzeit», und wenn man in diese zurückkehre, vergesse man das Geschehene – und die Zeit verläuft wieder in ihren gewohnten Bahnen.

Reynolds spielt Adam, der mit seinem Zeitjet aus der Zukunft zurück ins Jahr 2018 reisen will, um seine Frau (Zoe Saldana) zu retten, aber wegen technischer Probleme ins Jahr 2022 crasht. Dort macht er die Bekanntschaft mit seinem jungen Ich: Adam im Schulalter (Walker Scobell), der mit seiner Mutter (Jennifer Garner) in einem Haus im Wald lebt. Während Adam dem Bub hilft, etwas cooler zu sein, begleitet Jung-Adam sein älteres Ich bei der Kontaktaufnahme mit seinem Vater (Mark Ruffalo), einem Zeitreise-Wissenschaftler.

Das erste Drittel von «The Adam Project» funktioniert am besten: Das Kennenlernen der beiden Adams ist amüsant und kurzweilig, die Actionszenen sind aufregend gemacht. Im Mittelteil fährt der Film etwas herunter, die Komplikationen um die Zeitreise werden zwar nie langweilig, aber trotz der namhaften Besetzung interessiert man sich nicht immens für das Gelingen der Mission. 

Und am Ende fällt der Film deswegen noch weiter ab. Eine längere Laufzeit hätte vielleicht geholfen, besonders weil die Motivation der Gegenspielerin (Catherine Keener) etwas zu kurz kommt. Technisch indes gibt es kaum etwas zu bemängeln. Flüssige Montage, solide Bildsprache, überzeugende Spezialeffekte – sogar die verjüngte Catherine Keener ist eindrücklich, obwohl etwas gruselig.

Die Schauspieler sind alle mit Elan dabei. Ryan Reynolds hat freche Sprüche auf Lager, wiederholt aber nicht nur zum x-ten Mal seine «Deadpool»-Rolle. Im Spielfilm-Debütanten Walker Scobell findet er zudem ein hervorragendes, da  liebenswertes Gegenüber.

Nach seinem Start mit Komödien hat Shawn Levy seine Nische gefunden: etwas Technik, Humor und Gefühl, in Filmen wie «Real Steel» oder «Free Guy» patentiert. «The Adam Project» passt bestens in dieses Œuvre und könnte auch Levys Ersatz dafür sein, dass er schon seit vielen Jahren vergeblich versucht, ein Remake von John Carpenters «Starman» auf die Beine zu stellen.  

The Adam Project ★★★★☆

Netflix | Sci-Fi-Film

Mit Ryan Reynolds, Walker Scobell, Mark Ruffalo, Jennifer Garner u.a.

USA 2022, ab 11. März 2022

Von Marco Spiess am 10. März 2022 - 20:09 Uhr