Bald regiert wieder König Fussball die Welt. Gefühlt rund um die Uhr und auf allen Kanälen werden WM-Spiele gezeigt. Hinzu kommen Analysen, Interviews und Dokus. Auch die Streamingdienste liefern Sichtfutter rund ums runde Leder.
Eine Dokuserie von Sky Switzerland und Blue Entertainment nimmt den Fokus weg vom Spielfeld, hinter die Kulissen. In «The Belonging» erzählen Breel Embolo (29) und Manuel Akanji (30) von ihrer Kindheit und Jugend, ihren Werten und vor allem von dem Moment, als sie sich entscheiden mussten: Für welches meiner beiden Heimatländer soll ich Fussball spielen?
Seit dem berüchtigten Doppeladler-Jubel an der WM 2018 stehen Nati-Spieler mit Doppelbürgerschaft immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Und recht machen können sie es nie allen.
2017 debütierte Manuel Akanji kurz vor seinem 21. Geburtstag für die Schweizer Nationalmannschaft und entschied sich im gleichen Zug gegen Nigeria, sein zweites Heimatland; der nigerianische Fussballverband hatte es versäumt, Akanjis riesiges Potenzial zu erkennen.
Ganz anders lief es bei Breel Embolo. Es war vor der WM 2014, Embolo hatte als 17-Jähriger gerade sein furioses Profidebüt beim FC Basel gegeben, als sich Kamerun-Legende Samuel Eto’o höchstpersönlich um den jungen Spieler bemühte. Embolo sollte mit ihm zur WM in Brasilien fahren. Beide jungen Männer entschieden sich für die Schweiz und erzählen nun vom langen Prozess um diesen Entschluss.
Die Anfrage, bei der Dokuserie mitzuwirken, kam vor sechs Jahren. «Uns war wichtig, zu zeigen, dass es eine schwierige Entscheidung ist», so Embolo. Ihre Geschichte aus eigener Sicht zu erzählen, war beiden enorm wichtig. Zudem werden sie nicht die letzten jungen Fussballer sein, die vor dieser Entscheidung stehen. Embolo: «Es gibt viele, die nach uns kommen und diese Entscheidung auch machen müssen. Denen wollten wir mitteilen, wie wir es erlebt haben.»
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Wer nun eine reine Fussball-Doku erwartet, wird überrascht: Den Regisseuren Josias Tschanz und Bänz Isler gelang ein sehr persönlicher Einblicks ins Leben und Denken der Fussballer. Das Publikum ist dabei, wenn Manuel Akanji mit seiner Frau und den Kindern frühstückt, im Garten kickt oder wenn er mit seinem Vater Backgammon spielt. Wir werden Zeugen, wie sich Breel Embolo auf dem Pausenplatz seiner ehemaligen Schule an seine nicht immer einfache Kindheit und Jugend erinnert. Es sind erstaunlich private Momente, für die Akanji und Embolo ihre Türen weit öffnen.
«Es hat schon Überwindung gebraucht», so Akanji. «Ich bin nicht ein Typ, der sehr offen ist und mein Leben unbedingt mit anderen Leuten teilen muss.» Aber er habe an das grosse Ganze gedacht, und die Message hinter der Doku sei ihm wichtig gewesen. Embolo ergänzt: «Hinter der Doku steckt auch viel Planung und ein gutes Team, wir haben uns während der sechs Jahre immer besser kennengelernt und Vertrauen aufgebaut.» Schliesslich hätten sie einfach versucht, ehrlich und so natürlich wie möglich zu sein. «Das ist das Wichtigste, wenn du etwas rüberbringen möchtest», so Embolo.
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«The Belonging» erzählt neben den Geschichten von Akanji und Embolo noch viele weitere. Etwa jene von Ivan Rakitić (38), der sich damals nicht für die Schweiz, sondern für Kroatien entschieden hat. Oder die von Albian Hajdari (23), der für den Kosovo aufläuft. Eindrücklich ist auch die Story von GC-Goalie Gonçalo Fernandes da Silva (18). Der junge portugiesischstämmige Keeper hat die grosse Entscheidung nämlich erst noch vor sich.
The Belonging ★★★★☆
Sky Show | Dokuserie
Mit Manuel Akanji, Breel Embolo, Ivan Rakitić, Albian Hajdari
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