Weder die Beatles noch die Rolling Stones kommen zahlenmässig an ihn ran, die Krone gebührt dem King of Pop. Allein sein Album «Thriller» (1983) verkaufte sich 67 Millionen Mal und ist damit bis heute das meistverkaufte Album aller Zeiten.
Michael Jackson (1958–2009) war aber nicht nur ein begnadeter Musiker und Tänzer, sondern auch ein geplagter Mensch, der nie Kind sein durfte, und eine kontroverse Figur.
Eine neue Biographie konzentriert sich nun etwas beschönigend auf seine schillernde Erfolgsgeschichte. Produziert wurde sie vom Jackson Estate, das seinen Milliardennachlass verwaltet und 2024 die Hälfte seiner Songrechte für 600 Millionen Franken an Sony verkauft hat. Gespielt wird der Popstar von seinem Neffen Jaafar Jackson (29).
Der Film beginnt in der Jugend. Schon als Siebenjähriger ist Michael mit seinen Brüdern als Jackson Five erfolgreich, getrieben vom strengen, ambitiösen Vater (Colman Domingo), der nicht vor Prügel zurückschreckt. Als Michael eine Solokarriere einschlägt, wird sein Vater wütend. Michael spannt dann mit Produzent Quincy Jones zusammen. Es entsteht ein Mix aus R’n’B, Disco und Pop, die Alben «Thriller» und «Bad» werden ein Riesenhit und Jackson dank cleverer Videos zum Superstar. Der Hype war derart gross, dass das Wembley-Stadion bei seiner «Bad»-Tournee siebenmal ausverkauft war.
Der enorme Ruhm hat aber seine Schattenseiten und fördert Jacksons seltsame und einsame Seiten. Er hat kaum Freunde und «adoptiert» einen Schimpansen und eine Giraffe. Bei einem Unfall auf der Bühne verbrennt er sich am Hinterkopf und muss fortan Schmerzmittel nehmen. Die Medikamentensucht führte letztlich auch zu seinem frühen Tod mit 50 Jahren.
Jacksons Songs haben einen ungeheuren Drive, und diesen findet man auch im Film. Actionspezialist Antoine Fuqua («The Equalizer») lässt die Tanzauftritte funkeln, inszeniert pompös. Jaafar Jackson schlüpft dabei derart in die weissgestülpten Socken seines Onkels, dass er die Ikone wiederaufleben lässt.
Im Zentrum steht der heftige Konflikt mit seinem dominanten Vater, der ihm kaum Raum zum Atmen lässt. Leichtfüssig dagegen die Szenen, in denen Jackson das 13-minütige Thriller-Zombievideo plant und den Plattenboss drängt, das Video auf MTV zu zeigen, das bisher schwarze Musiker mied.
Werbung
Die dunkelsten Seiten von Jacksons Leben spart der Film aus. Von den Vorwürfen sexuellen Missbrauchs ist keine Rede, laut Produzenten aus rechtlichen Gründen. Eigentlich hätte der Film 1993 mit dem Auftauchen der Ermittler auf der Neverland-Ranch beginnen sollen, doch ein Vergleich mit dem Ankläger Jordan Chandler verhinderte dies. Sein Name darf in keinem Film erwähnt werden.
So endet «Michael» auf dem Zenit seiner Karriere, mit seinem «Bad»-Auftritt. Insgesamt gibt es 3,5 Stunden Material, weshalb wohl ein Teil 2 folgen wird. Vorerst aber sind seine glänzenden Seiten zu sehen, und da heisst es: Beat it!
An dieser Stelle findest du einen ergänzenden externen Inhalt. Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.