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Kino – «Spider-Man: Brand New Day»

Virtuos eingefädelt

In seinem vierten Solo-Einsatz «Spider-Man: Brand New Day» hadert Tom Holland nicht nur mit Schurken, sondern auch mit den Gefühlen.

Marco Spiess

Spider-Man (Tom Holland) hält New York City frei von Gesindel wie etwa Boomerang.
Spider-Man (Tom Holland) hält New York City frei von Gesindel wie etwa Boomerang.Sony Pictures

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Alle Erinnerungen an ihn sind futsch: Vor fünf Jahren endete «Spider-Man: No Way Home» mit einem selbstlosen Akt des jungen Helden. Um die Welt zu retten, liess er alle vergessen, wer Peter Parker ist. Freundin, Kumpels, Superhelden – keiner kennt mehr die Person hinter Spider-Man. Das hat natürlich Wunden hinterlassen und der nunmehr vierte Solo-Film «Spider-Man: Brand New Day» knüpft daran an.
Peter (Tom Holland) hält New York City wacker frei von Fieslingen, doch seine Liebe für MJ (Zendaya) – die sich eben nicht mehr an ihn erinnert – ist ungebrochen. Da beginnt sich sein Körper zu verändern, die Spinnen-DNA in ihm wird stärker. Während Peter dieser unliebsamen Mutation auf den Grund geht, gibt es Ärger. Ein Unbekannter kann in alle Gedanken eindringen und so von Mensch zu Mensch springen. In seinem Visier: die Behörde Damage Control, die zum Schutz vor Superschurken ins Leben gerufen wurde.
Die Jagd nach dem Bösewicht gestaltet sich spannend und Regisseur Destin Daniel Cretton, der zuvor den Marvel-Hit «Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings» gedreht hat, ist bemüht, alles greifbar zu halten. Kein Multiversum mehr, eine weniger überladene Geschichte, stattdessen zurück zu den Wurzeln des «freundlichen Spider-Man aus der Nachbarschaft». Das heisst: etliche Schwing-Szenen durch die Strassenschluchten, viel Big-Apple-Lokalkolorit, genug Zeit mit der Hauptfigur. Ein erfrischendes Durchatmen nach dem Helden- und Schurken-Gewimmel von «No Way Home».
Es ist bezeichnend, dass einige der besten Momente des Films nicht Actionsequenzen sind (so hoch deren Qualität fraglos ist), sondern Charakterszenen. Etwa ein emotionales Gespräch zwischen Peter und MJ, gespielt vom real verheirateten Paar Tom Holland und Zendaya, die gerade noch in «The Odyssey» auftraten, aber dort keine gemeinsamen Szenen hatten. Man spürt die ganze Geschichte der «Spider-Man»-Filme auf ihren Schultern. Holland nutzt dies für seine stärkste Peter-Parker-Darbietung überhaupt, seit er vor zehn Jahren in «Captain America: Civil War» erstmals in die Rolle geschlüpft ist.

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Mit dem inneren Tumult des Helden, dem komplexen Bösewicht, dem New-York-City-Feeling und der weniger sterilen Bildgestaltung als in anderen Filmen von Marvels MCU, ruft «Brand New Day» sogar den besten Realfilm des Spinnen-Helden in Erinnerung: Sam Raimis «Spider-Man 2». Das sah auch das Publikum so: Allein am ersten Wochenende spielte «Brand New Day» nahezu eine Milliarde Dollar ein und wird «No Way Home» damit garantiert überholen. Der ist aktuell noch der dritterfolgreichste der bald 40 Filme im MCU.

Spider-Man: Brand New Day

Fantasyaction
Mit Tom Holland, Zendaya, Sadie Sink
USA 2026, ab 29. Juli 2026

Der Trailer

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