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Kino – «Practical Magic 2»

Verfluchte Nostalgie

«Practical Magic 2» bringt Sandra Bullock und Nicole Kidman als Hexen-Duo zurück – nach 28 Jahren.

Marco Spiess

Gillian (l.) und Sally suchen in England nach Sallys Tochter.
Gillian (l.) und Sally suchen in England nach Sallys Tochter.Warner Bros.

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Späte Fortsetzungen sind zurzeit gefragt. Von «Top Gun», über «Indiana Jones» bis hin zu «Blade Runner» – immer mehr Filme kehren Jahrzehnte nach ihrem letzten Kino-Ausflug zurück und setzen auf Nostalgie. In diese Liste reiht sich nun «Practical Magic 2» ein: 28 Jahre nach dem ersten Film, der bei uns als «Zauberhafte Schwestern» bekannt ist.
Eine kuriose Wahl, denn Teil 1 konnte damals wegen seinem holprigen Genre-Mix weder Kritiker noch Publikum verzaubern. Doch die Abenteuer nach dem Roman von Alice Hoffman mit Nicole Kidman und Sandra Bullock als Hexen-Schwestern fanden über die Jahre genug Fans, um jetzt eine Fortsetzung zu wagen. So viel gleich vorweg: Sie ist nicht besser als der erste Teil von 1998.
Die brave Hexe Sally (Sandra Bullock) hat einen Zauber verbreitet, damit ihre zwei Töchter nicht wissen, welche Kräfte sie haben. So hofft sie, würden die Mädchen auch vom Owens-Fluch abgeschirmt: dass jeder, der sich in eine Owens-Frau verliebt, sterben muss. Als die nun erwachsene Tochter Kyle (Joey King) sich verliebt, fällt ihr Herzblatt prompt ins Koma.
Mama Sally muss mit der Wahrheit herausrücken. Wutentbrannt sucht Kyle nach einer Lösung, den Geliebten zu retten und den Fluch zu bannen. Das führt sie nach England. Sally nimmt mit ihrer wilderen Schwester Gillian (Nicole Kidman) die Verfolgung auf.
Es dauert lange, bis die Handlung in die Gänge kommt. Regisseurin Susanne Bier, die mit beiden Hauptdarstellerinnen vorher schon gedreht hat («Bird Box» mit Bullock bzw. «Ein neuer Sommer» mit Kidman), sorgt selten für gelungenen Humor, und die emotionalen Szenen wirken verfrüht. Alles scheint künstlich – nicht nur die faltenfreien Gesichter der zwei Stars.
Schlimmer noch: Ein Grossteil der Dialoge besteht aus Gestammel, abgebrochenen Sätzen oder Floskeln, anstatt dass klar herausgesagt würde, was Sache ist. Das wird je länger desto nerviger. Mit dem Wechsel nach England zieht der Film etwas an, auch die Geschichte wird besser. Doch das reicht nicht mehr, um die überlangen 130 Minuten kurzweiliger wirken zu lassen. Der oft so potente Trank namens «Nostalgie» erzielt in diesem Fall zu wenig Wirkung.

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Practical Magic 2

Fantasykomödie
Mit Sandra Bullock, Nicole Kidman, Joey King
USA 2026, ab 10. September 2026 im Kino

Der Trailer

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