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Kino – «Tori et Lokita»

Geflüchtet und in die Enge gedrängt

Zwei Flüchtlinge geraten in Bedrängnis – ihr Zusammenhalt lässt sie weiter hoffen.

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«Tori et Lokita»

Halten zusammen: Tori (Pablo Schils, r.) und Lokita (Joely Mbundu).

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Antonio Gattoni

Die Belgier Jean-Pierre und Luc Dardenne drehten einst krude, realistische Filme, die Menschen am Rand der Gesellschaft zeigten. So begleiteten sie ein Mädchen, das mit der alkoholkranken Mutter auf dem Campingplatz lebt und alles für einen Job unternimmt («Rosetta»). Oder ein Obdachlosen-Paar, das ihr Kind verkauft und es bereut («L’enfant»).

Gefilmt ist dies oft mit der Handkamera. Zweimal holten sie in Cannes die Goldene Palme. Ihre letzten Filme wirkten aber oft bemüht plakativ.

In «Tori et Lokita» erzählen sie nun von zwei jungen afrikanischen Flüchtlingen aus Benin, die sich als Bruder und Schwester ausgeben. Die beiden halten sich mit illegalen Jobs über Wasser, verkaufen Drogen für einen Koch, werden von allen ausgebeutet, auch vom Schlepper, der sie nach Belgien brachte.

Als Lokita wegen fehlender Papiere unter Druck gerät, spitzt sich die Lage zu. Der Film lebt von den herzzerreissenden Banden der Hauptfiguren, die alles füreinander tun und gerne gemeinsam ein Angelo-Branduardi-Lied singen.

Die düstere Zuspitzung gegen Ende wirkt aber unglaubwürdig – und nimmt dem Drama etwas von seiner emotionalen Kraft. 

Tori et Lokita

Drama

Mit Pablo Schils, Joely Mbundu

B/F 2022, ab 9. Februar 2023

Von Antonio Gattoni am 7. Februar 2023 - 13:24 Uhr