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Kino – «A Haunting in Venice»

Tödlicher Spuk in der Lagune

«A Haunting in Venice»: Poirot spürt in Venedig den Mörder eines Mediums auf.

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«A Haunting in Venice»: Meister­detektiv Poirot  (Kenneth Branagh) nimmt an einer tödlichen Séance teil.

Meisterdetektiv Poirot (Kenneth Branagh) nimmt an einer tödlichen Séance teil.

20th Century Studios
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Antonio Gattoni

Dass nicht immer der Gärtner der Mörder ist, haben wir Krimiautorin Agatha Christie (1890–1976) zu verdanken. Bei ihr kann es jeder oder jede sein. Sogar jemand, der bereits tot sein soll wie in «Zehn kleine Negerlein» (1939) oder gleich alle Verdächtigen wie in «Mord im Orientexpress» (1934).

Die Britin hat eine besondere Raffinesse in den zuvor formelhaften «Whodunit?»-Kriminalroman gebracht. Auch mit zwei charismatischen Spürnasen: der belgische «Eierkopf» Hercule Poirot und die schrullige Miss Marple. 66 Romane hat Agatha Christie geschrieben und an die 2 Milliarden Bücher verkauft. Nur die Bibel ist wahrscheinlich noch populärer.

Auch im Kino hinterliess sie ihre tödliche Spur: 23 Spielfilme gibt es mittlerweile, darunter die stargespickte 70er-Reihe mit Peter Ustinov als Poirot, die 2017 von Kenneth Branagh (62) mit «Mord im Orientexpress» neu gestartet wurde. Der nordirische Shakespeare-Fan hat Gefallen gefunden an der Mördersuche und legt nun schon seine dritte Christie-Verfilmung vor. Wieder als Regisseur und als Poirot-Darsteller mit viel Schnauz.

«A Haunting in Venice» basiert lose auf Christies 60. Krimi «Die Halloween-Party» (1969). Der Schauplatz wurde allerdings von England ins Venedig der 40er-Jahre verlegt, und das Ganze bekommt einen okkulten Touch.

«Die besten Ideen habe ich beim Spülen des Geschirrs.»

Agatha Christie

Detektiv Poirot, der eigentlich im Ruhestand ist, lässt sich von einer alten Freundin, Krimiautorin Ariadne Oliver (Tina Fey), zu einer Séance in einem alten Palazzo überreden. Das Medium Mrs Reynolds (Michelle Yeoh) versucht dabei Kontakt mit der verstorbenen Tochter der Gastgeberin aufzunehmen. Das scheint zu gelingen, doch das Medium deutet an, dass die Tochter Opfer eines gewaltsamen Todes geworden sein könnte.

Bevor sie mehr sagen kann, stirbt sie. Für Poirot ist klar: Es war Mord, er glaubt nicht an Geister oder Tote, die reden. So lässt er seine grauen Zellen arbeiten. Aber auch dem Meisterdetektiv stossen im spukigen Haus bald seltsame Dinge zu.

Branagh spielt clever mit dem morbiden Charme der Lagunenstadt und drehte auch am Originalschauplatz (anders bei «Tod auf dem Nil»: Marokko statt Ägypten). Das hat Stil und überzeugt mit einem spannenden Plot, auch wenn die Auflösung etwas gesucht wirkt. Die Figuren dürften aber interessanter sein: Ausser Oscargewinnerin Michelle Yeoh fehlen die Stars.

Was soll’s: Kenneth Branagh hat mit seinem Poirot die Herzen der Krimifans erobert. Auch Agatha Christie wäre wohl zufrieden, kritisierte sie bei den 70er-Filmen doch Poirots «allzu dünnen Schnauz».

A Haunting in Venice

Krimi

Mit Kenneth Branagh, Kelly Reilly, Michelle Yeoh, Jamie Dornan

GB 2023, ab 14. September 2023 im Kino

Von Antonio Gattoni am 13. September 2023 - 17:30 Uhr