Kino – «The Odyssey»

Ich will einfach heim

Mit «The Odyssey» wagt sich Christopher Nolan an einen Grundpfeiler der Weltliteratur.

Marco Spiess

Kino – «The Odyssey»: Matt Damon nahm für die Rolle ab und liess sich einen Bart stehen.
Matt Damon nahm für die Rolle ab und liess sich einen Bart stehen. Universal Pictures

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Mit seinen Oscars für «Oppenheimer» (2023) hat Christopher Nolan endgültig den Olymp der Regisseure erklommen. Was folgt nun? Nichts Kleines: Nolan stemmt mit Homers «Odyssee» einen Klassiker der Weltliteratur. Verwunderlich höchstens, dass er nicht gleich das antike Hellas nachbaute. Zur Erinnerung: Nolan nutzt ungern Computertricks und liess für «Tenet» (2020) eine Boeing 747 in einen Hangar krachen.
Aufwand scheute er auch für «The Odyssey» keinen. Mit einem Budget von über 200 Millionen Dollar und Stars von Anne Hathaway bis Zendaya war für Nolan auch technisch nur das Beste gut genug. Sprich: IMAX. Nolan hat seit «The Dark Knight» (2008) immer wieder mit den klobigen IMAX-Kameras gedreht. Doch die sind nicht nur schwer, sondern auch laut. Daher griff er für die meisten Szenen auf klassisches Equipment zurück. Nun liess Nolan von IMAX die Kameras jedoch lärmdämmend verschalen. «The Odyssey» konnte damit als erster Spielfilm komplett im IMAX-Format entstehen.
Für die Handlung griff Nolan auf die Homer-Übersetzung von Emily Wilson zurück, die Wert darauf legt, nicht museal zu klingen. Sie erzählt aber die bekannte Geschichte: Nach dem Krieg gegen die Trojaner will König Odysseus (Matt Damon) in seine Heimat Ithaka zurück. Während Gattin (Anne Hathaway) und Sohn (Tom Holland) daheim bangen, müssen Odysseus und seine Gefährten jahrelang Schicksalsschläge erdulden und Abenteuer bestehen, von Lotophagen über Sirenen bis Zyklopen.
Reibungslos lief der Film nicht in den Hafen ein. Kontroversen sorgen für Klicks, und so verteilte u. a. Elon Musk Kritik: Die Dialoge klängen zu modern und es sei ein Affront, dass die kenianischstämmige Lupita Nyong’o die Helena spiele. Nolan wird’s kaum stören. Denn obwohl dieses Jahr ein paar teure Filme finanziell enttäuschten (z. B. «Masters of the Universe») sieht es für ihn gut aus: Wer einen sperrigen Film über einen Atomphysiker zum Blockbuster machen kann, dem traut man fast alles zu.

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The Odyssey

Fantasyf ilm
Mit Matt Damon, Anne Hathaway, Tom Holland
USA 2026, ab 16. Juli 2026 im Kino

Der Trailer

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