Kino – «Mein Freund Barry»

Zum Schmelzen

Der Schweizer Familienfilm «Mein Freund Barry» widmet sich dem weltberühmten Bernhardiner.

Marco Spiess

Kino – «Mein Freund Barry»: Georg (Paco von Wyss) kann Barry nicht einfach sterben lassen.
Georg (Paco von Wyss) kann Barry nicht einfach sterben lassen. Ascot Elite

Werbung

Barry, der Bernhardiner mit dem Schnapsfässchen um den Hals, der 40 Menschen aus dem Schnee gerettet hat: Auch wenn viele Geschichten erfunden sein mögen, ist der Hund vom Hospiz auf dem Grossen Sankt Bernhard eine Schweizer Legende. So sind ihm nicht nur eine Gedenktafel in Paris, eine Ausstellung im Naturhistorischen Museum Bern und das Barryland in Martigny VS gewidmet, sondern er kam auch zu Filmehren: in einem französischen Film von 1949 und einer Disney-Fernsehproduktion von 1977.
Die Zeit ist reif, ihm auch einen echten Schweizer Film zu gönnen. Und der erfindet um den Hund herum eine neue Geschichte. Sie setzt Anfang 19. Jahrhundert ein, als sich der zwölfjährige Georg (Paco von Wyss) mit seinem Bruder Alfons (Orell Bergkraut) nach Italien durchkämpft, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Nach der Rast im Hospiz auf dem Grossen-Sankt-Bernhard-Pass ist Alfons unauffindbar: Er zog allein weiter. Der Prior (Ulrich Tukur) erlaubt Georg, zu bleiben.
Der Bub hilft in der Küche und lernt Resi (Alma Büchenbacher) kennen, deren Vater die Lawinenhunde betreut. Im neuen Wurf entdeckt Georg einen schwächlichen Welpen. Heimlich zieht er ihn gross, nennt ihn Barry und trainiert ihn zum Rettungshund.
Die Geschichte wirkt manchmal etwas holprig, der richtige dramaturgische Kniff fehlt dem Stoff. Doch Regisseur Markus Welter («Weglaufen geht nicht») hat einiges parat, das dafür entschädigt: phänomenale Alpenpanoramen, süsse Bernhardiner und Dramatik an allen Fronten. «Mein Freund Barry» ist dann am stärksten, wenn er im Hospiz bleibt und sich dem Alltag widmet. Nur die Konflikte unter den Novizen wirken ein wenig übertrieben.
Die Hauptrolle spielt Paco von Wyss mit viel Sympathie. Am meisten überzeugt er neben den Hunden – und neben Alma Büchenbacher, deren gewinnendes Lächeln so manche Szene mit Wärme erfüllt. Das reicht noch knapp, um in die Fussstapfen besserer Schweizer Alpenkinder-Filme wie «Heidi» oder «Schellen-Ursli» zu treten, die nun auch schon zehn Jahre auf dem Buckel haben.

Werbung

Mein Freund Barry

Familienf ilm
Mit Paco von Wyss, Alma Büchenbacher, Max Hubacher
CH 2026, ab 14. Januar 2026 im Kino

Der Trailer

Werbung

Werbung