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Kino – «Book Club: The Next Chapter»

Italien, wir kommen

Jane Fonda macht sich Gedanken über Frauenfreundschaften, Sex im Alter und Lohngleichheit.

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Die vier Frauen in Rom (Diane Keaton, Jane Fonda, Candice Bergen, Mary Steenburgen). «Book Club: The Next Chapter»

Die vier Frauen in Rom (Diane Keaton, Jane Fonda, Candice Bergen, Mary Steenburgen).

Universal Pictures
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Christian Thiele

Für die vier rüstigen Seniorinnen des «Book Clubs» gibt es ein neues Kapitel. Jane Fonda stand nach dem erfolgreichen Film von 2018 noch einmal mit ihren Kolleginnen Diane Keaton & Co. vor der Kamera. Die Oscargewinnerin hatte sich sehr auf die Wiedervereinigung gefreut, da alle durch den ersten Dreh Freundinnen geworden waren.

Für Fonda war das bei einer Ansammlung von so vielen Stars neu: «Normalerweise sind immer eine oder zwei Diven mit dabei. Und mit diesen zusammenzuarbeiten, ist nervig und zieht alles runter.» Deshalb war es für sie schön festzustellen, dass die anderen drei «total normal» sind: «Wir haben eine Freundschaft, wie ich sie mir immer gewünscht habe. Wir lieben es, uns auch privat zu treffen.»

Wie sieht ein Treffen der vier Frauen denn so aus? «Feucht-fröhlich und sehr tiefsinnig», antwortet Fonda mit einem Schmunzeln. «Alkoholtechnisch steht Mary auf Tequila, ich auf Wodka, Diane mag – Gott verzeih ihr! – Rotwein auf Eis und Candy einen himmlischen Weisswein. Wir reden meist über Politik und lachen viel.»

Fonda ist in letzter Zeit viel beschäftigt – insbesondere durch Serien wie «Grace and Frankie» oder zuletzt den Spielfilm «Brady’s Ladies», in dem ein paar reifere Freundinnen den Footballstar Tom Brady treffen wollen. Sie straft damit das Hollywood-Gesetz Lügen, wonach Frauen über vierzig keine guten Rollen mehr kriegen. Die 85-Jährige findet es wichtig, dass sich das grundlegend ändert: «Schliesslich sind ältere Frauen die demographisch am schnellsten wachsende Gruppe.»

Die ehemalige Polit-Aktivistin ist bekannt dafür, Themen offen anzusprechen, die im prüden Amerika immer noch schockieren. So würden Liebe und Sex im Alter nach wie vor tabuisiert – mit ein Grund, warum sie bei «Book Club» zugesagt habe: «Wir ältere Frauen haben Sex und wissen genau, was wir wollen.»

In «Book Club II» hat Fondas Figur Vivian auch Bindungsängste: «Ich habe viel von meinen schlechten Erfahrungen mit Männern in meine Rolle einfliessen lassen.» Was aber hat sich im Vergleich zu früher am meisten verändert? Für Fonda ist es ein Albtraum, dass heute wegen Handys und Social Media so gut wie nichts mehr geheim ist: «Mir tun die jungen Leute leid. Ich bin froh, dass es das in meiner Jugend nicht gab.»

Was sich leider noch nicht geändert hat: Die Studios zahlen männlichen Schauspielern im Schnitt noch immer mehr. Für Fonda ist das eine Ungerechtigkeit mit fatalen Folgen: «Wenn wir gleich viel bezahlt bekämen, würden uns Männer auch eher als gleichberechtigt betrachten.» Dann käme es laut Studien auch zu weniger sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.

Zum Schluss sagt Jane Fonda, sie sei «so glücklich wie noch nie im Leben». Und froh, mit Filmen wie «Book Club 2» der Welt zeigen zu können, «dass auch ältere Menschen voller Lebenslust sind und tiefe Freundschaften pflegen».

«Book Club: The Next Chapter»

Die vier Seniorinnen des Buchclubs kommen wieder zusammen, und statt Bücher gibt’s diesmal Italianità und Dolce Vita. Hotelbesitzerin Vivian (Jane Fonda) möchte ihren Arthur heiraten und so schlagen die drei andern eine Junggesellinnenreise nach Italien vor. Diese führt nach Rom, Venedig und in die Toskana. Unterwegs verstreuen sie die Asche von Dianes (Diane Keaton) verstorbenem Mann, schäkern mit einem Gianni rum, reden über künstliche Knie, Botox und die Welt.

«Book Club 2» lebt wieder vom Charme der Grand Old Ladys. Ihnen zuzusehen, macht Spass, zumal es wenige Filme gibt, in denen die Sorgen und Nöte der Ü 60 Thema sind. Die Handlung ist allerdings etwas dünn, ausser einem Gepäckdiebstahl passiert wenig, dafür ist Sightseeing in Italien angesagt. Ein reifer Spass ist es allemal. GAO
 

Drama

Mit Diane Keaton, Jane Fonda, Candice Bergen, Mary Steenburgen

USA 2023, ab 11. Mai 2023 im Kino

Von Christian Thiele und Antonio Gattoni am 11. Mai 2023 - 14:04 Uhr