Kino – «Asterix & Obelix im Reich der Mitte»

Asterix bei den Vegetariern

«Asterix & Obelix im Reich der Mitte»: Die Gallier reisen nach China – und verzichten dabei sogar auf Wildschweine.

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Asterix
Kampfbereit: Asterix (Canet), Obelix (Lellouche), Prinzessin Fu (Julie Chen). Pathé Films

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Wir essen jeden Tag Wildschwein, dabei ist Fleisch gar nicht so gesund», belehrt Asterix (Guillaume Canet) seinen Kumpel Obelix (Gilles Lellouche). Der Fleischliebhaber ist natürlich gar nicht begeistert, von nun an in Rüebli, Kohl und anderes Gemüse beissen zu müssen.
Fleischscham ist nun auch bei den beliebten Galliern angekommen. «Asterix & Obelix im Reich der Mitte» ist die fünfte Realver-filmung – die erste ohne Gérard Depardieu als Obelix: Der Franzose war verschiedentlich unangenehm aufgefallen und wurde aussortiert.
Nach Ägypten, Griechenland und Britannien verschlägt es die zwei Kraftbolzen hier nach China. So sollen die Gallier nun auch den chinesischen Markt erobern.
Die beiden erhalten in ihrem Dorf Besuch von der geflohenen Prinzessin Fu Yi. Ihre Mutter, die Kaiserin von China, wurde vom abtrünnigen Fürsten Deng Tsin Qin gestürzt und gefangen genommen.
Fu Yi bittet die Gallier, sie nach China zu begleiten und ihre Mutter zu befreien. Doch der römische Feldherr Julius Cäsar (Vincent Cassel) ist inzwischen mit seinem Heer auch auf dem Weg nach China.
«Asterix und Obelix im Reich der Mitte» basiert nicht auf einem der bisher 39 Comicbände. Nach dem Tod der Erfinder René Goscinny und Albert Uderzo führten Texter Jean-Yves Ferri und Zeichner Didier Conrad das Erbe weiter.
Daneben entstanden zehn Animationsfilme, darunter kultige wie «Asterix und Kleopatra» (1968). Ab 1999 folgten fünf klamaukige Realfilme, mit vier Asterix-Darstellern. Der vierte, Guillaume Canet (50), führt diesmal auch Regie und bietet ein Potpourri der Asterix-Standards, inklusive fliegender Römer.
Der 70-Mio.-Film hat ein paar zündende Gags, zieht die vorhersehbare Story aber etwas sehr in die Länge. Die Schlachten sind bemüht, ein Kurzauftritt von Fussballer Zlatan Ibrahimović eher peinlich – und die Chinatupfer voller Klischees.

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Während Lellouche als Obelix überrascht, ist Canet als Asterix larifari: Er will kein Fleisch mehr, isst dann aber doch welches, will keinen Zaubertrank, trinkt ihn aber doch.
Ein Zeichen dafür, dass es nicht einfach ist, Asterix in die Moderne zu übertragen. Beim Teutates!

«Asterix & Obelix im Reich der Mitte»

Abenteuerkomödie
Mit Guillaume Canet, Gilles Lellouche, Vincent Cassel, Marion Cotillard
F 2023, ab 18. Mai 2023 im Kino

Der Trailer

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Über die Autoren
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Antonio Gattoni
Antonio Gattoni ist Filmredaktor bei Tele und bereits seit 1993 im Journalismus tätig. Er schreibt mit Leidenschaft über alles, was mit Film zu tun hat, Kritiken, Porträts, Interviews, Hintergrundberichte etc. Zu seinen Abschlüssen zählt ein Studium in Psychologie an der Universität in Zürich mit einer Lizentiatsarbeit über Traum und Film und eine journalistische Weiterbildung an der Volkshochschule. Vor dem Tele war er bei der Filmzeitschrift Zoom und bei der NZZ als Filmkritiker tätig.

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