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Kino – «Knock at the Cabin»

Das Ende der Welt

Im Horrorthriller «Knock at the Cabin» verlangen vier Fremde einer Familie ein kapitales Opfer ab.

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Knock at the Cabin

Vier Fremde belagern eine Hütte im Wald – doch was wollen sie?

Universal Pictures
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Antonio Gattoni

Er galt als Virtuose des Schlusstwist, einer überraschenden Wende, die den ganzen Film auf den Kopf stellt: M. Night Shyamalan (52).

Der US-Amerikaner indischer Herkunft und Hitchcock-Fan liebte es, das Publikum in die Irre zu führen. Etwa in «The Sixth Sense» (1999), wo sich Bruce Willis als Psychologe um einen Bub kümmert, der Tote sehen kann, um am Ende festzustellen, dass er selber auch tot ist. Oder «The Village» (2004): Sowohl das entlegene Walddorf als auch die zeitliche Verortung erweisen sich als Täuschung.

Doch manchmal muss sich ein Zauberer vom eigenen Besen übertölpeln lassen, der Twist verlor seine Magie. Shyamalan drehte weitere Thriller, nicht alle gelangen: zuletzt «Old», wo die Besucher eines Strandes unversehens vorzeitig altern.

In seinem neusten Film geht es um nicht weniger als die Apokalypse – ein Thema, das er bereits in «The Happening» durchspielte. Ein schwules Paar mit adoptiertem Kind macht in einer abgelegenen Hütte Ferien. Plötzlich tauchen aus dem Wald vier Fremde auf, angeführt vom Riesen Leonard (Dave Bautista).

Sie teilen den Eingeschüchterten mit, der Menschheit drohe eine Katastrophe, die nur verhindert werden könne, wenn sich einer von den dreien opfere. Würden sie sich weigern, werde Schreckliches passieren. Doch stimmt es, was sie sagen, oder gehören die vier zu einer Psychosekte?

Die Ausgangslage in «Knock at the Cabin» hat etwas Biblisches, mit Bezügen zur Offenbarung des Johannes oder Hiob. Wie sollte man sonst glauben, dass ein Opfer von irgendjemand die Welt rettet?

Das macht die Story frei von Logik: Je mehr man darüber nachdenkt, desto unglaubwürdiger wird vieles. Auch sind die schwulen Eltern eher flach gezeichnet. Der Film  lohnt sich trotzdem, dank extravaganten Kamerawinkeln, einer kammerspielartigen Enge und einem tollen Dave Bautista (Drax in «Guardians of the Galaxy») als sanfter, unheimlicher Riese.

Der Twist à la Shyamalan bleibt für einmal aus, was das Ende platt wirken lässt. Als fehle das Kaninchen im Hut.

Knock at the Cabin

Horrorthriller

Mit Dave Bautista, Jonathan Groff, Ben Aldridge, Rupert Grint

USA 2023, ab 9. Februar 2023 im Kino

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Von Antonio Gattoni am 13. Februar 2023 - 14:16 Uhr