Kino – «Halloween Park»

Ich weiss, was du letztes Halloween getan hast

Im schwedischen Schlitzerfilm «Halloween Park» wird für eine Handvoll Teenager der nächtliche Besuch eines Vergnügungsparks zum Horrortrip.

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Halloween Park
Ein Maskierter mit Axt macht Jagd auf junge Chilbi-Besucher. Präsens-Film

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Denkt man an Länder mit Horrorfilm-Tradition, kommt wohl praktisch niemandem Schweden in den Sinn – auch wenn Ingmar Bergmans Beziehungsdramen für die Hauptfiguren oft der blanke Horror sind. Bergmans «Jungfrauenquelle» (1960) war sogar Vorbild für Wes Cravens «Mondo Brutale», einen der berüchtigtsten Schocker der 1970er.
Aber an sich lassen sich bekanntere schwedische Vertreter in etwa an einer Hand abzählen: die Zensur-Splatterkomödie «Evil Ed» (1995), das Vampir-Jugenddrama «Let the Right One In» (2008) und der Zwischenwelt-Geistergrusler «Invisible: Gefangen im Jenseits» (2002) von Simon Sandquist und Joel Bergvall. Ersterer kehrt nun nach 15 Jahren mit «Karusell» (Originaltitel) zum Genre zurück.
Fiona (Wilma Lidén) jobbt im Freizeitpark Liseberg. Alles ist bereit für den grossen Halloween-Event morgen, doch nun muss Fiona Nachtschicht schieben: Sie ist für die Betreuung der fünf Leute zuständig, die VIP-Tickets für ein abendliches Sneak-Peek der Attraktionen gewonnen haben.
Zu Fionas Erstaunen handelt es sich bei dem Quintett (u.a. Omar Rudberg) um ihre ehemalige Clique, der sie nach einem tödlichen Zwischenfall vor einem Jahr abgeschworen hat. Kann das Zufall sein? Natürlich nicht, und bald schon macht ein Maskierter mit Axt Jagd auf die jungen Leute.

Simon Sandquist präsentiert einen schnörkellosen Slasher alter Schule, der sich näher an den Klassikern wie «Halloween» (1978) und «Freitag der 13.» (1981) orientiert als an der zweiten grossen Welle mit «Scream» (1996) und «Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast» (1997), auch wenn die Story selbst am ehesten an Letzteren erinnert. Clever nutzt Sandquist den Schauplatz, einen echten Park in Göteborg, für eine unheimliche Atmosphäre und den einen oder anderen Jump-Scare.
Die junge Besetzung, ausser Omar Rudberg («Young Royals») ausserhalb Schwedens noch weitgehend unbekannt, überzeugt mit ihren unverbrauchten Gesichtern und in ihren trotz genre-üblicher Stereotypen lebensnahen Rollen.

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Kurzum: «Halloween Park» ist ein erfrischender Schlitzerfilm mit willkommenen Déjà-vus, der nicht nur Genrefans stimmig unterhält.

Halloween Park ★★★☆☆

Horrorfilm | OT: Karusell
Mit Wilma Lidén, Omar Rudberg, Amanda Lindh, Ludvig Deltin, Embla Ingelman-Sundberg
S 2023, ab 26. Oktober 2023 im Kino 

Der Trailer

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Über die Autoren
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Patrick Schneller
Patrick Schneller, Filmredaktor bei TELE, hat sich seit seinem Einstieg in den Journalismus im Jahr 1992 einen Namen im Bereich der Spielfilmkritik gemacht. Seine Expertise erstreckt sich über das gesamte Spektrum der Filmindustrie, von obskuren Filmen aus vergangenen Zeiten über TV-Produktionen bis hin zu großen Kinoveröffentlichungen von heute. Unter seinen jüngsten Arbeiten ragen Artikel wie 'Halloween – Die Nacht der vielen Schrecken', 'Ich weiß, was du letztes Halloween getan hast' und 'Blutiges Erntedankfest' hervor. Seine retrospektive Betrachtung von Monty Python in 'Monty Python – und nun zu etwas völlig anderem' zeugt von seiner tiefen Verwurzelung in der Filmgeschichte. Bevor Patrick Schneller zu TELE kam, war er für die 'Solothurner AZ', 'Music Scene' und 'Toaster' tätig. Er gehört der Autorenvereinigung Pro Litteris an.

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