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Kino – «Whalefall»

Die Qual im Wal

Ein junger Taucher muss in «Whalefall» feststellen, dass es im Inneren eines Pottwals alles andere als gemütlich ist.

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Frühmorgens macht sich Jay auf zum schicksalsträchtigen Tauchgang.
Frühmorgens macht sich Jay auf zum schicksalsträchtigen Tauchgang.20th Century Studios

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Stell dir vor, du wirst von einem Wal verschluckt. Kein angenehmer Gedanke, der die Menschheit aber seit je fasziniert. So enthält schon das Alte Testament eine Passage, in welcher der Prophet Jona von einem «grossen Fisch» verschluckt wird, in dem er drei Tage und Nächte festsitzt, ehe er sich freibeten kann.
Als harmloseres Beispiel sei «Pinocchio» genannt: Der landet vorübergehend im Bauch eines Wals, allen voran in der Disney-Verfilmung von 1940. In der literarischen Vorlage von Carlo Collodi (1826–1890) ist es ein «riesiger Haifisch», der Pinocchio verschlingt. Apropos Haie: Im Kino sind diese als Bedrohung weitaus verbreiteter als Wale. Seit Steven Spielbergs «Der weisse Hai» (1975) entstanden unzählige Schocker, in den letzten 20 Jahren freilich vorwiegend in Gestalt von trashigen Billig-Heulern.
Wale hingegen sind abgesehen von Ausnahmen à la «Orca» (1977) dank ihrer mächtigen Erscheinung eher Stoff für metaphorische Abenteuer wie Herman Melvilles «Moby Dick» von 1851. Vor drei Jahren erschien der Roman «Whalefall» des Amerikaners Daniel Kraus. Dieser landete auf einigen Jahresbestenlisten, vor allem im Horrorbereich. Schnell gab es einen «Bieterkrieg» um die Filmrechte, den 20th Century Studios gewann. Regie führte Brian Duffield, der mit Kraus auch das Drehbuch schrieb und als Autor von «Underwater» (2020) schon Unterwasser-Filmerfahrung mitbrachte.
Zum Inhalt: Ein Jahr nach dem Freitod von Walflüsterer Mitt (Josh Brolin), der sich in der Monterey-Bucht dem Meer übergab, taucht sein Sohn Jay (Austin Abrams) nach Überresten, damit die Familie zumindest etwas beerdigen kann. Dabei gerät er unvermittelt zwischen die Fronten: Ein alter Pottwal jagt einen Riesenkalmar. Als er diesen verschlingt, verschluckt er Jay gleich mit. Der hat nun eine Stunde Zeit, um aus dem Wal wieder rauszukommen, ehe ihm der Sauerstoff ausgeht oder er lebendig verdaut wird. Dabei erinnert sich Jay auch an die schwierige Beziehung zu seinem knorrigen Vater.

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Duffield inszeniert die Story schnörkellos und effizient. Allein die Jagdszene mit Pottwal und Riesenkalmar ist schlicht atemberaubend, und die katapultiert mit Jay gleich auch das Publikum mitten ins Innere des Wals. Zudem hält Duffield geschickt die Balance zwischen Überlebenskampf und Vater-Sohn-Drama: Die beiden Aspekte ergänzen sich, statt sich – wie so oft – zu bekämpfen. Die Rückblenden mit Jay und Mitt helfen auch, den Wal nicht als Monster zu sehen, vielmehr als wichtigen Meeresbewohner, der für das Ökosystem unverzichtbar ist. Kurz: In «Whalefall» ist drin, was draufsteht, auf unnötigen Ballast wird weitgehend verzichtet. 100 Minuten einnehmende, umständehalber unappetitliche Spannung mit emotionalem Kern.

Whalefall

Abenteuerdrama
Mit Austin Abrams, Josh Brolin, Elisabeth Shue
USA 2026, ab 15. Oktober 2026 im Kino

Der Trailer

Über die Autoren

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