Kino – «Toy Story 5»

Spielzeug vs. Screentime

Du hast’n Freund in mir: Das Anima­tionsstudio Pixar holt mit «Toy Story 5» seine legendäre Reihe zurück.

Marco Spiess

Sorgt Lilypad (r.) dafür, dass Jessie zum Relikt im Kinderzimmer wird?
Sorgt Lilypad (r.) dafür, dass Jessie zum Relikt im Kinderzimmer wird? Pixar

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Im Jahr 1995 hat Pixar mit «Toy Story» bewiesen, dass computeranimierte Filme nicht nur möglich sind, sondern wohl sogar die Zukunft des Mediums darstellen. Drei Jahrzehnte später ist Animation aus Bits und Bytes zur Norm geworden – und hat durch den Einzug von Künstlicher Intelligenz nun gar selbst Konkurrenz bekommen.
In diesem Umfeld greift Pixar auf seinen Pionier zurück und zaubert «Toy Story 5» aus dem Hut. Sicher kein nötiger Film, denn schon beim Vorgänger wurde klar, dass die frischen Ideen ausgehen und die zentralen Themen wie Freundschaft, Verlustängste und Älter­werden nicht endlos wiederholbar sind. Teil 1 und 3 bleiben darum die unerreichbaren Pfeiler der Reihe.
Und doch: Auch Nummer 5 ist absolut sehenswert. Andrew Stanton, ein alter Hase bei Pixar, der unter anderem «Wall-E» und «Findet Nemo» gedreht hat, übernimmt das Zepter und erzählt von einer neuen Gefahr: Im Kinderzimmer von ­Bonnie hat ein Tablet namens ­Lilypad Einzug gehalten.
Astronaut Buzz Lightyear und seine Spielzeugfreunde fürchten, dass sie bald obsolet sein werden. Als Cowboypuppe Jessie die Sache in die eigene Hand nimmt und nach einer Odyssee im Haus von Pferdenärrin Blaze strandet, muss Buzz seinen besten Freund zu Hilfe holen: Woody.
Über die Jahre hat «Toy Story» viele Figuren angesammelt, und es ist ein schlauer (wenn auch schmerzlicher) Schachzug von Stanton, einen Grossteil davon zu Stichwortgebern zu degradieren. Er rückt stattdessen ein paar Haupt­figuren ins Zentrum, diesmal vor ­allem Jessie, deren Geschichte so abenteuerlich wie bewegend ist. Und anders als Forky, der Neuzugang in Teil 4, ist Lilypad richtig spannend, schliesslich spiegelt der Vormarsch von Elektronik in Kinderzimmern den heutigen Alltag wider.
Stanton steht dem – wenn es nach dem Film geht – kritisch gegenüber, kann sich der Realität aber letztlich nicht verweigern und lässt «Toy Story 5» versöhnliche Wege einschlagen. Es wäre auch ­etwas verlogen, würde eine vom technologischen Fortschritt geprägte Firma wie Pixar Elektronik verteufeln.

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Was auch immer der Aufhänger der Story ist: Wie alle «Toy Story»-Filme vereint auch der fünfte Teil auf wunderbare Weise schlauen Humor und ganz viel Herz. Die Angst, überflüssig zu werden, Kinder zu sehen, die sich einsam fühlen: Es gibt genügend Momente, die für feuchte Augen sorgen.
Das war immer erstaunlich: Das Spielzeug aus dem Computer lässt schmunzeln und schluchzen, als wäre man unter Freunden.

Toy Story 5

Animationsfilm
Stimmen: Tom Hanks, Tim Allen, Joan Cusack, Conan O’Brien
USA 2026, ab 23. Juli 2027 im Kino

Der Trailer

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