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Kino – «Holdovers»

Dinner for Three

«Holdovers»: Ein Lehrer und ein Schüler müssen an Weihnachten nachsitzen. Strafe oder Chance?

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Lehrer Hunham (Giamatti) und Angus (Sessa) essen mit der Köchin.

Lehrer Hunham (Giamatti) und Angus (Sessa) essen mit der Köchin.

Universal Pictures
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Antonio Gattoni

Nachsitzen in der Schule hatte schon immer etwas Absurdes. Da wird man bestraft für etwas und soll einen Aufsatz darüber schreiben, warum es richtig ist, dass man bestraft wird. Viele erinnern sich wohl an den Kultfilm «The Breakfast Club» (1985), in dem fünf Highschool-Schüler, vom Streber bis zur Prinzessin, in der Bibliothek nachsitzen müssen und erst bei der Streiterei die wahren Seiten ihrer Mitschüler erkennen. John Hughes schrieb das Drehbuch in nur zwei Tagen.

Sichtlich inspiriert davon ist «The Holdovers». Im Zentrum steht der bei allen unbeliebte Geschichtslehrer Hunham (Paul Giamatti). Er wird dazu verknurrt, in den 70er-Jahren in einem Internat nahe Boston die Schüler zu beaufsichtigen, die über Weihnachten nicht heimkönnen. Nach ein paar Tagen ist nur noch der 18-jährige Angus (Dominic Sessa) übrig, ein intelligenter, aber aufsässiger Schüler.

«The Holdovers» hat den warmen, körnigen Look von 70er-Filmen wie «Love Story». Alexander Payne (62) liess dafür alte Kameras und altes Filmmaterial verwenden. Zur Nostalgie tragen auch die Songs bei, etwa von Cat Stevens.

Dass das Drama ein wohliges Gefühl auslöst, hat auch mit der berührenden Annäherung der Hauptfiguren zu tun. Hunham ist eigentlich aus Enttäuschung so miesepetrig geworden. Und Angus rebelliert gegen die Mutter, die sich nach dem Tod seines Vaters mehr für Luxusreisen als für ihn interessiert. Die beiden schenken sich zu Beginn nichts und finden erst nach einer Reise Verständnis füreinander.

In Paynes Filmen ist eine Reise oft die Chance, aus einer Krise oder Routine auszubrechen: etwa für den alten Witwer (Jack Nicholson) in «About Schmidt» oder für die zwei Freunde in «Sideways» (2004), die auf eine Weinreise im Santa Ynez Valley (Kalifornien) gehen.

Paul Giamatti, der dank «Sideways» bekannt wurde, brilliert mit seinen grossen Augen auch hier. Er und Neuling Dominic Sessa verwandeln «Holdovers» in ein melancholisches Feelgood-Juwel.

The Holdovers

Drama

Darsteller: Paul Giamatti, Dominic Sessa, Da’Vine Joy Randolph

USA 2023, ab 25. Januar 2024 im Kino

Von Antonio Gattoni am 25. Januar 2024 - 09:34 Uhr