Kino – «Disclosure Day»

Die Wahrheit ist irgendwo da draussen

Steven Spielberg versucht in «Disclosure Day» definitiv die Existenz von Aliens zu beweisen.

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Kino – «Disclosure Day»: TV-Wetterfee Margaret (Emily Blunt) empfängt ganz eigenartige Schwingungen.
TV-Wetterfee Margaret (Emily Blunt) empfängt ganz eigenartige Schwingungen. Universal

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«Glauben Sie an Aliens?», wurde Steven Spielberg einmal gefragt. «Nein», sagte er ausweichend, «aber ich glaube an jene, die an Aliens glauben.» Keinem anderen Erdbewohner haben die Ausserirdischen wohl so viel Goodwill und Sympathie zu verdanken wie dem 79-jährigen Hollywoodregisseur.
In «Unheimliche Begegnung der dritten Art» (1977) ist ein Familienvater so fasziniert von Ufo-Lichtern, dass er zum Alien-Gläubigen wird. Und Spielbergs «E. T.» (1982) mit Einstein-Gesicht, Leuchtfinger und seinem Bedürfnis, nach Hause zu telefonieren, rührte damals Alt und Jung zu Tränen.
Sein kindlicher Blick, das magische Staunen, auch Spielberg-Touch genannt, liess kritische Fragen in den Hintergrund treten. Klar, er drehte unter dem Einfluss von 9/11 auch den bedrohlichen Invasionsfilm «Krieg der Welten» (2005), doch das tat seiner Begeisterung für Ausserirdische keinen Abbruch.
Nun hat er mit «Disclosure Day» einen wohl letzten Aliens-Film gedreht, mit dem er deren Existenz plausibilisieren will. Im Zentrum steht Cyperspezialist Daniel (Josh O’Connor), der für die Organisation Wardex arbeitet. Diese sammelt Informationen über Ufo-Sichtungen und Ausserirdische, hält diese aber unter Verschluss.
Die Welt ist am Rande eines Krieges, der US-Regierung nicht zu trauen. Daher macht sich Daniel mit Sticks der geheimen Alien-Files aus dem Staub und will sie veröffentlichen. Agenten unter der Leitung von Scanlon (Colin Firth) versuchen das zu verhindern. Eigentliches Ziel von Daniels Flucht ist aber die TV-Wetterfee Margaret (Emily Blunt), die plötzlich von seltsamen Schwingungen heimgesucht wird.
Spielbergs 37. Spielfilm ist mehr fiebriger Verfolgungsthriller als Science-Fiction. Ausserirdische sind zwar Thema, kommen aber erst gegen Ende vor. Raffiniert zieht der Altmeister alle Register der Spannung. Höhepunkt ist eine irre Szene mit einem Auto zwischen zwei fahrenden Zügen. Kollisionen sind seit seiner Kindheit ein Steckenpferd, wie man im autobiographischen «The Fabelmans» (2022) erfahren hat.

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Das Drehbuch von David Koepp, der für Spielberg schon «Jurassic Park» und «Krieg der Welten» schrieb, ist etwas dünn. Letztlich geht es um Kontrolle und die nüchterne Frage, ob man Filmmaterial über Aliens veröffentlichen soll. Oder ob dies Chaos bzw. Entsetzen auslösen würde, da Religionen und Schöpfungsgeschichten ihre Grundlage verlören (Trump gab im Mai einige Ufo-Files frei, verifizierbar sind die meisten nicht).
So richtig vertieft sich der Film aber nicht ins Thema, dazu ist das Ende zu plakativ. Vielleicht ist es auch besser so: Aliens bleiben der Phantasie überlassen. So entstehen tolle Filme – und gerade Steven Spielberg hat viel zur Legendenbildung beigetragen.

Disclosure Day

Thriller
Mit Emily Blunt, Josh O’Connor, Colin Firth
USA 2026, ab 10. Juni 2026 im Kino

Der Trailer

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