Kino – «TELL – Jagd auf Ewig»

Der Retter der Urschweiz

Luke Gasser bringt mit «Tell – Jagd auf ewig» unseren Nationalhelden auf die Leinwand.

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Kino – «TELL – Jagd auf Ewig»: Wilko von Tellen schiesst mit Pfeil und Bogen nicht nur Äpfel vom Kopf.
Wilko von Tellen schiesst mit Pfeil und Bogen nicht nur Äpfel vom Kopf. Praesens Film

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Wilhelm Tell ist der Inbegriff der Schweizer Wehrhaftigkeit gegen «fremde Fötzel» auf eidgenössischem Boden. Dennoch – oder eben gerade deshalb – widmen sich einheimische Filmschaffende dem Nationalhelden kaum.
Abgesehen von der Komödie «Tell» (2007), die nicht halb so witzig ist wie der 20-sekündige Wilhelm-Tell-Sketch der britischen Kult-Truppe Monty Python, gab es in den letzten 60 Jahren keinen einzigen helvetischen Tell-Film.
Der Obwaldner Luke Gasser (57) schafft Abhilfe: Er hat mit einem Budget von knapp 1 Mio. Franken in 22 Drehtagen «Tell – Jagd auf ewig» gedreht. Die Titelrolle übernahm er selber, daneben gibt es 40 Sprechrollen und über 100 Statisten.
Tell alias Wilko von Tellen lebt 1291 als Jäger mit Gattin Heiki (Kathrin Kühnel) und Kindern im Wald und kümmert sich nicht um die Dinge im Tal. Doch dann wird mit Gissler (Carlo Ljubek) ein veritabler Tyrann zum neuen Landvogt. Der lokale Adel beugt sich, die Freiheiten werden immer mehr eingeschränkt. Als Gisslers Bruder Ulrich (Lionel Podarski) Tells Armbrust beschlagnahmt, ist es Zeit zu handeln.
Ob Wilhelm Tell je existiert hat, ist ungeklärt. Gasser schildert eine mögliche Biographie des Urschweizers. Das Resultat ist ein weitgehend geerdeter Mix aus Historiendrama und Abenteuer-Action. Das mystische Element bleibt mit Ausnahme einer Szene, in der Heiki die Gisslers in bester Hexenmanier verflucht, aussen vor. Das ist schade: Etwas mehr Fantasy hätte dem meist grimmigen Einzelkämpfer-Porträt gutgetan.

TELL – Jagd auf Ewig

Abenteuerdrama
Mit Carlo Ljubek, Kathrin Kühnel, Werner Biermeier
CH 2023, Ab 14. September 2023 im Kino

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Der Trailer

Über die Autoren
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Patrick Schneller
Patrick Schneller, Filmredaktor bei TELE, hat sich seit seinem Einstieg in den Journalismus im Jahr 1992 einen Namen im Bereich der Spielfilmkritik gemacht. Seine Expertise erstreckt sich über das gesamte Spektrum der Filmindustrie, von obskuren Filmen aus vergangenen Zeiten über TV-Produktionen bis hin zu großen Kinoveröffentlichungen von heute. Unter seinen jüngsten Arbeiten ragen Artikel wie 'Halloween – Die Nacht der vielen Schrecken', 'Ich weiß, was du letztes Halloween getan hast' und 'Blutiges Erntedankfest' hervor. Seine retrospektive Betrachtung von Monty Python in 'Monty Python – und nun zu etwas völlig anderem' zeugt von seiner tiefen Verwurzelung in der Filmgeschichte. Bevor Patrick Schneller zu TELE kam, war er für die 'Solothurner AZ', 'Music Scene' und 'Toaster' tätig. Er gehört der Autorenvereinigung Pro Litteris an.

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