Kino – «Masters of the Universe»

Der Blonde mit dem Schwert

«Masters of the Universe»: Die Actionfiguren von Mattel erwachen im Amazon-Film zu neuem Leben – mit viel Ironie.

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He-Man (Nicholas Galitzine, M.), Teena (Camila Mendes) und Co. treten gegen den bösen Skeletor an. Photo Credit: Amazon MGM Studios

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Bizeps statt Wespentaille: Was für Mädchen die Barbie-Puppen von Mattel waren, waren bei den Jungs die Actionfiguren aus Plastik. Geschlechterklischee, könnte man heute sagen, doch Strandboy Ken war wohl damals schlicht zu woke. Als Erstes brachte Hasbro 1964 den Soldaten G. I. Joe auf den Markt, in den 70er-Jahren erwarb die Firma Mego die Lizenz von Superman und Co. und lancierte eine Superheldenserie. Nach dem Mega-Erfolg von «Star Wars» (1977) sah Mattel eine Chance, auch bei den Jungs zu punkten. So entstand 1982 die Figurenreihe «Masters of the Universe», mit dem supermuskulösen, 14 Zentimeter grossen -He-Man als Haupthelden.
Der Mix aus Sci-Fi, Conan-Fantasy und Artusrittermystik war ein Hit, dazu kamen später Comics, TV-Serien, Videospiele und ein 80er-Trashfilm mit Dolph Lundgren. Nun folgt mit «Masters of the Universe» eine Neuversion, die sowohl Machokult als auch Fanhysterie genüsslich ironisiert. Adam wächst als Sohn von König Randor auf dem Planeten Eternia auf. Sein Vater hält ihn für schwach und lässt ihn vom Armeechef (Idris Elba) trainieren. Als Totenkopfgesicht Skeletor (Jared Leto) Eternia erobert, ist Adam der Einzige, der flüchten kann. Er landet auf der Erde.
Jahre später arbeitet der linkische Adam (Nicholas Galitzine) in einem Grossraumbüro. An seine Herkunft glaubt niemand, und Adam sucht im Internet verzweifelt nach seinem Schwert, das er bei seiner Ankunft verloren hat. Schliesslich findet er es in einem Ramschladen. Da taucht Teela (Camila Mendes) auf, seine Jugendfreundin, und bringt ihn zurück nach Eternia. Skeletor hat das ehemals bunte Reich in ein finsteres Mordor verwandelt. Erstarkt durch das magische Schwert, verwandelt sich der tapsige Blonde in den muskulösen He-Man. Mit Teela versucht er, Skeletor zu stoppen.
Nach Barbie darf nun auch He-Man die Leinwand erobern. Die Koproduktion von Mattel und Amazon ist ein vergnüglicher Mix aus Sci-Fi-Trash, Superheldenfilm und einem ironischen Erdteil, bei dem der Held seinen Nerdfans begegnet. Logiklöcher überbrückt der Film mit Augenzwinkern, etwa wenn Adam das magische Schwert in einem Comicladen bei einer Ausstellungsfigur findet.

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Regisseur Travis Knight, der Sohn von Nike-Gründer Phil Knight, verdiente seine Sporen als Animator bei der Firma Laika («Coraline»), wo er heute auch CEO ist. Seine Inszenierung hat Witz, gefällt mit üppigem Production Design und einem süffigen Soundtrack, an dem der Queen-Gitarrist Brian May mitwirkte.

Masters of the Universe

Fantasy
Mit Nicholas Galitzine, Camila Mendes, Idris Elba
USA 2026, ab 4. Juni 2026 im Kino

Der Trailer

Über die Autoren

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