Kino – «Oscars»

And the Oscar goes to …

Am 15. März findet die 98. Oscarverleihung in Hollywood statt. Noch ist die Show am TV zu sehen, doch bald übernimmt Youtube.

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(1st) Academy Awards banquet
Klein angefangen: Oscarverleihung 1927. The Academy via Getty Images

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Nur 270 Gäste waren anwesend, als am 16. Mai 1927 im Hollywood Roosevelt Hotel ein besonderes Dinner mit einer Preisübergabe stattfand. 15 Minuten dauerte es und war ein wenig wie bei einem Familiengeburtstag. 15 Statuetten wurden übergeben, Spannung kam kaum auf, da die Gewinner schon drei Monate zuvor davon wussten.
Der erste Gewinner als «Bester Hauptdarsteller», der deutsche Stummfilmstar Emil Jannings, war nicht einmal anwesend. Über die Verleihung wurde nur kurz in der Zeitung berichtet. Kaum zu glauben: Das war die Geburtsstunde der grössten Show der Welt, der Oscarverleihung.
Fast hundert Jahre später finden die Oscars zum 98. Mal statt, mit 3400 Gästen im Dolby Theatre in Los Angeles und zig Millionen Zuschauern weltweit, moderiert zum zweiten Mal von Ex-Late-Night-Moderator Conan O’Brien (62). Populäre Hits wie 2024 «Barbie» und «Oppenheimer» sind diesmal dünn gesät, dafür stechen schräge Genremixe hervor wie «Blood and Sinners» mit irischen Vampiren und schwarzem Blues-Groove oder die bissige Satire «One Battle After Another». Beide gehören zu den Favoriten: «Blood and Sinners» holte gar rekordhohe 16 Nominationen.
Je populärer die Filme, desto höher die Quoten, das dürfte bald keine Rolle mehr spielen. Denn ab 2029 überträgt nicht mehr ABC die Show, sondern Youtube. Die zu Google gehörende Videoplattform hat exklusiv die weltweiten Rechte übernommen, bis 2033. «Wir wollen mit dieser Partnerschaft ein grösstmögliches globales Publikum erreichen», so Akademie-Chefin Lynette Howell Taylor. Vom TV-Event zum Stream, das ist längst Alltag in Hollywood. Neben der Show will Youtube Features anbieten wie Einblicke in den Governors Ball. Das 100-Jahre-Jubiläum findet aber noch auf ABC statt.
Wer sind nun die Favoriten für die Goldstatuetten? Bei den Regisseuren dürfte es wie beim «Besten Film» zum Duell zwischen Ryan Coogler und Paul Thomas Anderson kommen. Die Nase vorn hat Anderson, der sowohl bei der Produzenten- wie bei der Regiegilde gewann. Er war schon 14 Mal nominiert, höchste Zeit also für Gold. Bei den Schauspielern ist Timothée Chalamet der Favorit. Mit 30 Jahren ist er bereits dreimal nominiert, sein Tischtennisspiel in «Marty Supreme» dürfte auch die Academy smashen, obwohl die Figur eigentlich ein Unsympath ist.

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Die Suppe verderben könnten ihm Ethan Hawke und Actor-Awards-Gewinner Michael B. Jordan. Bei den Frauen ist die Irin Jessie Buckley (36) als Shakespeares Frau in «Hamnet» so gut wie gesetzt. Eine rein farbige Angelegenheit werden wohl die Oscars in den Nebenrollen – mit den «Sinners»-Darstellern Wunmi Mosaku und Delroy Lindo in der Top-Position.
Wie essenziell ein Oscar sein kann, zeigt eine Anekdote um den ersten Preisträger. So soll Jannings gegen Ende des 2. Weltkriegs in Berlin auf die Alliierten zugelaufen sein, den Oscar hochgehalten und gerufen haben: «Nicht schiessen, ich habe den Oscar gewonnen!»

Oscars

Preisverleihung | Live aus dem Dolby Theatre in L. A.
Sonntag, 15. März, 23.00 Uhr, SRF 2

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Bester Film

  • «Bugonia»
  • «One Battle After Another»
  • «F 1»
  • «Frankenstein»
  • «Hamnet»
  • «Marty Supreme»
  • «The Secret Agent»
  • «Sentimental Value»
  • «Blood & Sinners»
  • «Train Dreams»

Beste männliche Hauptrolle

  • Timothée Chalamet («Marty Supreme»)
  • Leonardo DiCaprio («One Battle After Another»)
  • Ethan Hawke («Blue Moon»)
  • Michael B. Jordan («Blood & Sinners»)
  • Wagner Moura («The Secret Agent»)

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Beste weibliche Hauptrolle

  • Jessie Buckley («Hamnet»)
  • Rose Byrne («If I Had Legs I’d Kick You»)
  • Kate Hudson («Song Sung Blue»)
  • Renate Reinsve («Sentimental Value»)
  • Emma Stone («Bugonia»)

Beste männliche Nebenrolle

  • Benicio Del Toro («One Battle After Another»)
  • Jacob Elordi («Frankenstein»)
  • Delroy Lindo («Blood & Sinners»)
  • Sean Penn («One Battle After Another»)
  • Stellan Skarsgård («Sentimental Value»)

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Beste weibliche Nebenrolle

  • Elle Fanning («Sentimental Value»)
  • Inga Ibsdotter Lilleaas («Sentimental Value»)
  • Amy Madigan («Weapons»)
  • Wunmi Mosaku («Blood & Sinners»)
  • Teyana Taylor («One Battle After Another»)

Beste Regie

  • Chloé Zhao («Hamnet»)
  • Josh Safdie («Marty Supreme»)
  • Paul Thomas Anderson («One Battle After Another»)
  • Joachim Trier («Sentimental Value»)
  • Ryan Coogler («Blood & Sinners»)

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