George Clooney: Stimmt. Millionen Kranke durch eine Pandemie, Umweltkatastrophen und politische Unruhen – wir sind nicht so weit weg vom Filmszenario.
Nein. Und selbst in meinem Film will ich ja nicht nur ein finsteres Bild zeichnen, sondern Hoffnung auf bessere Zeiten machen!
Ehrlich gesagt klären wir das im Film nie richtig auf. Das macht die Sache umso interessanter (grinst).
Ich habe das ja vorher schon ein paarmal gemacht, doch es war noch nie so schwer wie dieses Mal. Das lag an meiner wirklich depressiven Rolle: Der letzte Mann auf der Erde ist dem Tod geweiht und muss für ein kleines Mädchen sorgen. Das zieht einen schon runter. Und wenn man dann obendrein auch noch gesundheitlich angeschlagen ist …
Drei Tage vor Beginn der Dreharbeiten wurde ich in England in die Notaufnahme eingeliefert. Mir ging’s richtig schlecht. Es war eine Blinddarmreizung. Sie haben mich zwei Tage an den Morphium-Tropf gehängt. Ich bin dann direkt ins Flugzeug gestiegen und zum Set nach Island geeilt. Ich habe noch drei Wochen unter den Nachwirkungen gelitten. Was auch sein Gutes hatte.
Ich sah echt krank aus – und das kam der Rolle sehr zugute.
Ich habe mir eher überlegt, was ich essen würde, wenn ich gewissermassen allein auf einer Insel wäre.
Auf jeden Fall etwas Italienisches. Ein Schnitzel käme nicht in Frage (grinst). Deshalb habe ich mich für Pizza als meine Henkersmahlzeit entschieden. Was kann es Besseres bis zum Ende meines Leben geben! Und dann noch einen guten Kaffee …
Indem man auf andere hört und sich Rat holt. Ich habe vor Drehbeginn Alfonso Cuarón angerufen, der bei «Gravity» Regie geführt hatte. Der Mann ist ein echter Meister, wenn es darum geht, Weltraumszenen zu kreieren. Als ich ihm sagte, «Alfonso, ich drehe auch einen Film im All», hat er mir spontan den besten Tipp gegeben: «Mach’s nicht!»
«Ich bin zwar 59, fühle mich aber wie ein Kind auf einem riesigen Spielplatz.»
Sie haben nicht auf ihn gehört. Wie motivieren Sie sich, immer weiterzumachen, auch wenn die Dinge mal nicht so gut laufen?
Hauptsächlich mit Alkohol (lacht). Nein, im Ernst: Ich liebe, was ich tue. Ich bin zwar 59, fühle mich aber wie ein Kind auf einem riesigen Spielplatz. Ich darf mit den kreativsten Menschen der Welt arbeiten und habe dazu erst noch eine wundervolle Familie zu Hause. Ich bin ein sehr, sehr glücklicher Mann!