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planet e.: Die Essensretter

Kampf gegen Lebensmittelverschwendung

Dokureihe, DEU 2018

planet e.: Die Essensretter

11.2.2018, 16:25 - 16:55 Uhr

  • Sender: ZDF
  • Länge: 30 Min

TIPP


Weltweit landen jährlich 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel im Müll. Weggeworfen wird auf jeder Ebene: bei der Produktion, beim Transport, im Handel und beim Verbraucher. Das ist angesichts der vielen Hunger leidenden Menschen unethisch und eine Vergeudung von Ressourcen. Dänemark hat Konsequenzen gezogen und seine Lebensmittelverschwendung innerhalb von fünf Jahren um 25 Prozent reduziert. Diese Vorreiterrolle hat das Land vor allem einer jungen Frau zu verdanken: Selina Juul. Die gebürtige Russin kam als Teenager nach Dänemark. Einerseits war sie überwältigt von den vollen Regalen und dem Überangebot an Nahrung. Gleichzeitig aber war sie schockiert von der Wegwerfmentalität der westlichen Welt. Im Jahr 2008 startete sie mit der Facebook-Seite "Stop Spild Af Mad" - "Stoppt die Essensverschwendung" eine Kampagne gegen das Vernichten von Lebensmitteln. Dort wendet sie sich vor allem an die Konsumenten und gibt Tipps, wie das Vergeuden von Essen reduziert werden kann. Überdies hat sie ein "Reste-Essen"-Kochbuch geschrieben und Aufklärungsprogramme für Schulen entwickelt. Selina Juul hat inzwischen viele Mitstreiter bekommen. Etwa die Leute von "Too Good To Go". Das Start-up-Unternehmen hat eine App entwickelt, die Restaurants aufführt, die übrig gebliebene Speisen kurz vor Ladenschluss stark vergünstigt abgeben. Nutzer der App zahlen eine kleine Gebühr an "Too Good To Go" und erhalten ein vollwertiges, aber sehr preiswertes Essen. Das Unternehmen ist bereits in sieben Ländern aktiv und hat nach eigenen Angaben mehr als 1,5 Millionen Essen vor der Tonne bewahrt. Angesteckt von Juuls Engagement und dem Wunsch nach grösserer Wirtschaftlichkeit praktizieren inzwischen auch Teile der dänischen Gastro-Szene einen kreativ-sparsamen Umgang mit Lebensmitteln. Das Bistro "Le Sommelier" beispielsweise passt seine Drei-bis-Fünf-Gänge-Menüs allabendlich den überschüssigen Lebensmitteln der eigenen Küche an und verkauft die Gerichte zu reduzierten Preisen. Und nicht zuletzt hat ein vor zwei Jahren in Dänemark gegründeter Supermarkt den Wert von Lebensmitteln entdeckt. "Wefood", so der Name des Ladens, verkauft Nahrungsmittel, die vorher von anderen Lebensmittelhändlern aussortiert worden sind, für 30 bis 50 Prozent des Originalpreises. Eine Win-Win-Situation für die Beteiligten. Und weniger Essen, das im Abfall landet. Selina Juul hat selbst eine Discounter-Kette ins Boot geholt. "Rema 1000" bietet auf Betreiben Juuls nun einzelne Bananen billiger an. Das Hinweisschild "Nimm mich, ich bin Single" weist auf die Einzelgänger hin, die sonst meist liegen bleiben und im Müll landen. "planet e." zeigt anhand verschiedener Beispiele, wie es Dänemark gelungen ist, die Lebensmittelverschwendung innerhalb kurzer Zeit zu reduzieren.


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